„Stefan Rohrer – Maison blanche“, Ausstellung in der Galerie Scheffel, Bad Homburg

„Stefan Rohrer – Maison blanche“, Ausstellung in der Galerie Scheffel, Bad Homburg

Stefan Rohrer ist bekannt für seine dynamischen, kühn geschwungenen Skulpturen und Wandobjekte, die er mit virtuoser Präzision und hintergründigem Humor aus ausgedienten Autokarosserien, Motorrollern oder Modellfahrzeugen entwickelt. Aktuelle Arbeiten des vielfach ausgezeichneten Bildhauers zeigt die Galerie Scheffel vom 11. September bis zum 17. Oktober 2026 in der Ausstellung „Stefan Rohrer – Maison blanche“.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, den 10. September 2026 um 19.00 Uhr im Beisein des Künstlers in den Bad Homburger Galerieräumen statt (Ferdinandstr. 19, 61348 Bad Homburg v.d.Höhe).

Stefan Rohrer versteht seine raumgreifenden Boden- und Wandplastiken mit meist intensiver Farbgebung als dreidimensionale Comiczeichnungen, in denen „Bewegung und Erstarrung, Realität und Täuschung, Spiel und Ernst“ vereint sind. Er verfremdet die Grundform ausrangierter Fahrzeuge oder Modellautos, zerlegt, dehnt, streckt, verformt und erweitert sie zu eigenständigen künstlerischen Objekten, die in eleganten Pirouetten oder schwindelnden Strudeln beide Seiten automobiler Geschwindigkeit zugleich veranschaulichen: Temporausch und Kontrollverlust.

Bewegung, Zeit und Raum bilden in seinen Werken eine untrennbare, faszinierende Einheit. Wie in einem einzigen Moment eingefroren, zeichnen seine Arbeiten Bewegungsabläufe im Raum nach und fassen sie in ein Bild zum Stillstand gekommener Dynamik. In Verbindung mit anspielungsreichen Werktiteln erzählen diese dynamischen Darstellungen komplexe Geschichten, deren genauer Verlauf und Ausgang der Imagination und Erfahrungswelt der Betrachtenden überlassen bleiben.

So verweist „Maison blanche“ – der Titel einer der jüngsten Wandarbeiten Rohrers und zugleich Titel der aktuellen Ausstellung – als Erzählung auf den legendären Unfall in Steve McQueens Rennsportfilm „Le Mans“ (1971): Die rivalisierenden Hauptakteure des Films, ein Gulf-Porsche 917 und ein Ferrari 512S, kollidieren hier auf dem Streckenabschnitt des 24-Stunden-Rennens von Le Mans, der nach dem dort stehenden Haus „Maison blanche“ genannt wird. In seiner gleichnamigen Wandarbeit visualisiert Stefan Rohrer durch die schlingernden und sich kreuzenden Bewegungslinien der Sportwagen – zusammen mit den weggeschleuderten Autoteilen – das dramatische Rennen, den Unfallverlauf und das verhängnisvolle Ende in einem einzigen Bild. Und auch ohne Kenntnis des Films erschließt sich in dieser ästhetisch geschwungenen Dynamik eine Geschichte rund um den Mythos Automobil.

Mit Bedacht wählt Rohrer meist Fahrzeugmodelle, die Kultstatus erlangt haben – sei es in der Rennfahrerei, als Personenwagen oder in Form ikonischer Zweiräder. Mal verweist er auf die Geschichte des Motorsports oder auf die Rolle schnittiger Karossen in bekannten Filmen, mal dreht sich – im wahrsten Sinne des Wortes – alles um das Individualgefährt. Ob Rennauto, Luxuscoupé oder Blechkiste, ob Statussymbol oder Statement gegen das Establishment: Stefan Rohrer spielt mit der Bedeutung des Autos als Identifikationsobjekt, als privatem Rückzugsort im öffentlichen Raum und als Inbegriff von Freiheit, Unabhängigkeit und Abenteuer. Mit einem Augenzwinkern spiegelt er in seinen Skulpturen unsere persönlichen Erinnerungen, Träume und auch Vorbehalte in Verbindung mit dem fahrbaren Untersatz.

Stefan Rohrer, 1968 in Göppingen geboren, legte die Meisterprüfung als Steinmetz ab bevor er Bildhauerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle an der Saale (1998-1999) und anschließend an der Staatlichen Akademie der Künste Stuttgart (1999-2006) studierte. Seine unverwechselbaren Arbeiten wurden im In- und Ausland in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Darüber hinaus sind sie vielerorts im öffentlichen Raum anzutreffen und gehören zum festen Bestand von Museen und Privatsammlungen. Rohrer ist Träger des Lothar Fischer Preises, war wiederholt bei der Skulpturenbiennale Blickachsen und 2014 bei der Busan Biennale in Südkorea vertreten.

Im Zentrum der Ausstellung „Stefan Rohrer – Maison blanche“ in der Galerie Scheffel stehen freistehende Skulpturen unterschiedlicher Formate ebenso wie plastische Wandarbeiten aus jüngster Zeit. Darunter befinden sich auch Werke, mit denen der Künstler das Repertoire seines Ausgangsmaterials von motorisierten hin zu muskel- oder fremdbewegten Fahrzeugen konsequent erweitert: Mit Modellfahrrädern und sogar Bobbycars – den beliebten Rutschautos für Kinder – nimmt er das Thema Bewegung spielerisch neu in den Blick.

Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr geöffnet (Ferdinandstraße 19, 61348 Bad Homburg v.d.Höhe, www.galerie-scheffel.de).

Pressefotos stellen wir gerne honorarfrei zur Verfügung.

Ausstellung „Stefan Rohrer – Maison blanche“
Ort: Galerie Scheffel, Ferdinandstr. 19, 61348 Bad Homburg v.d.Höhe
Eröffnung: Donnerstag, 10. September 2026, 19 Uhr
Dauer der Ausstellung: 11. September – 17. Oktoberber 2026
Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 14-19 Uhr, samstags 11-15 Uhr

Galerie Scheffel GmbH
Inhaber Christian K. Scheffel
Ferdinandstr. 19
61348 Bad Homburg v. d. Höhe
Tel.: +49 – 61 72 – 2 89 06
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Öffnungszeiten:
Di bis Fr, 14-19 Uhr
Sa, 11-15 Uhr