ZDF-Magazin „Frontal 21“: Die Tricks der Fleischpanscher – Wie aus Wasser Wurst wird / Renate Künast (B–90/ Die Grünen): „Panscherei ist Betrug am Geldbeutel“ (FOTO)





Industriell hergestellte Fleisch- und Wurstwaren können mit Proteinen
aus Schlachtabfällen gepanscht, gestreckt und gefärbt werden, ohne
dass dies bei Lebensmittelkontrollen auffällt. Das ergeben Recherchen
des ZDF-Magazins „Frontal 21“. Durch den Zusatz bestimmter Proteine
kann dem Fleisch oder der Wurst mehr Wasser als üblich zugesetzt
werden. Die dann deutlich schwereren Produkte lassen sich teurer
verkaufen. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert
das als Verbrauchertäuschung: „Schnittfestes Wasser ist billig und
kann natürlich schön untergejubelt werden, ohne dass die Verbraucher
das mitbekommen.“ Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ berichtet über die
Recherchen am Dienstag, 20. März 2018, 21.00 Uhr.

In Deutschland vertreibt die Firma Sonac solche Zusatzstoffe,
sogenannte hydrolisierte und funktionelle Proteine. Sonac verweist
gegenüber „Frontal 21“ darauf, dass diese Zusätze dem
Lebensmittelrecht entsprechen und Fleischproduzenten für eine
korrekte Deklarierung der eingesetzten Zutaten verantwortlich seien.
Nach Angaben des staatlichen Max-Rubner-Instituts ist es bei
Proteinen aus Blutplasma derzeit nicht möglich, Täuschungen mit
undeklariertem Wasser in Fleischerzeugnissen gerichtsfest
aufzuklären.

Die ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast (B–90/ Die
Grünen) fordert die Bundesregierung auf, mehr Geld in die Forschung
zu geben, um Betrug in der Fleischindustrie aufzudecken und zu
beenden. „Leitungswasser hat definitiv nicht den gleichen Preis wie
ein Steak.“ Insofern sei die eklige Panscherei nicht nur ein Betrug
am Genuss, „sondern es ist auch Betrug am Geldbeutel“.

„Frontal 21“ hatte für die Recherchen zum Schein eine Fleischfirma
gegründet und konnte so an einem Seminar der Firma Sonac teilnehmen.
Sonac warb dort für seine Protein-Zusätze aus Schlachtabfällen. Ein
Vertreter führte vor, wie mit Hilfe solcher Proteine in Frischfleisch
maschinell Wasser einspritzt wird, um so das Verkaufsgewicht zu
erhöhen. Zielgruppe der Sonac-Veranstaltung waren Fleisch- und
Wurstproduzenten.

Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie erklärt
gegenüber „Frontal 21“, ihm seien „keine Fleischerzeugnisse bekannt,
die unter Verwendung von hydrolisierten Proteinen tierischen
Ursprungs hergestellt werden“.

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Ansprechpartner: ZDF-Redaktion „Frontal 21“, Steffen Judzikowski,
Telefon: 030 – 2099-1262

Pressekontakt:
ZDF Presse und Information
Telefon: +49-6131-70-12121

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veröffentlicht von am 20. Mrz 2018. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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