William Shakespeare





Shakespeares Komödie versetzt den Zuhörer ins schöne Padua, wo die noch schönere Bianca nur verheiratet wird, wenn ihre aufsässige Schwester Katharina zuerst einen Bräutigam findet. Doch niemand will das „scharfzüng–sche Weib“ freien – außer Petruchio, der meint, einer Frau nur beizukommen, wenn man sie wie einen Falken abrichtet. Sagt–s, tut–s, und schafft es mit allerlei Tricks und psychischer Folter, Katharina sich ihm gefügig zu machen. Ob das die Krone der Schöpfung ist? Das zu entscheiden wird den Zuhörerinnen und Zuhörern überlassen…

David Nathan (Synchronstimme von Johnny Depp, Christian Bale, u.v.a.) und Simon Jäger (Synchronstimme von Matt Damon, Heath Ledger, u.v.a.) sind in knapp 30 Rollen zu hören, natürlich auch ganz in der Tradition von Shakespeares Sprechtheater – in allen Frauenrollen. Sie (ver)führen das Publikum mit allem Sprach- und Wortwitz der Übersetzung im shakespeareschen Versmaß ins ferne Italien, wo sie es fortreißen, betören, angeckern, vollsülzen, weglabern, aufreißen, anhunzen, vorwerflichen, runterputzern, aufmuckern, einwickelüren, aufmunterisieren, kritikalisieren, vergackalbern,… – „the whole mingle-mangle of Shakespeare“. Besonders faszinierend ist es, wie sie es schaffen, die Rollen untereinander abzugrenzen. Man hat irgendwann das Gefühl, tatsächlich zwei Dutzend „Schausprecher“ zu hören, eine Leistung, wie es nur große Schauspieler zu erbringen vermögen.

Dem Übersetzer, Regisseur, Musiker und Cutter Markus Hahn ist mit dieser Fassung der shakespeareschen Vorlage „The Taming of the Shrew“ ein Juwel gelungen. Seine Sprache ist so shakespearesch, wie es im Deutschen nur geht. Hahns Übersetzung fließt im Versmaß des englischen Meisters so leichtfüßig und selbstverständlich dahin, dass es eine wahre Freude ist, dieser „Sprachsymphonie“ zuzuhören. Man vergisst ganz schnell, wie schwer es ist, die deutsche Sprache in die viel kürzere englische Sprache zu pressen, so natürlich sprudeln die Worte, der Wortwitz, die Dialoge, die Bilder.

Das ambitionierte Projekt wurde zum Teil über Crowdfunding finanziert. Die renommierte Crowdfunding-Plattform „crowdfans“ verhalf der Produktion zu einer ordentlichen Finanzspritze, denn Qualität hat ihren Preis und wird ja heutzutage über herkömmliche Kanäle nicht mehr finanziert.

veröffentlicht von am 2. Jul 2014. gespeichert unter Literatur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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