Wie entstehen eigentlich Modetrends?





Jeder modebewusste Mensch kann bestimmt auf Anhieb sagen, welches Outfit gerade voll im Trend liegt, welche Kleidungsstücke und Accessoires lieber im Schrank bleiben sollen und welche Designer gerade angesagt sind. Doch sind es wirklich die Designer, die den aktuellen Modetrend bestimmen oder wie entstehen Modetrends? Es mag der Eindruck entstehen, dass Modetrends aus heiterem Himmel entstehen, Allerdings stellt man bei näherem Hinschauen fest, dass gesellschaftliche und soziale Strömungen die aktuelle Mode mitbestimmen.

 
Was ist ein Modetrend?
Wir alle folgen Trends, auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind. Einige Lebensbereiche wie technische Produkte, Ernährung, Freizeitgestaltung und eben auch die Mode geben Auskunft über gesellschaftliche Entwicklungen und Umbrüche. Ja, die Kleidung, die wir bei Labels wie Max Mara angeboten bekommen, sind tatsächlich auch das Spiegelbild unserer Gesellschaft. Kleider machen nicht nur Leute, sondern zeigen kulturelle Tendenzen. Allerdings können Modetrends auch pragmatische Gründe haben. So trug man in den 1940er Jahren aufgrund der Materialknappheit und der finanziellen Not vieler Menschen eher schlichte und figurbetonte Outfits, die wenig Material benötigten. In den 1950er Jahren, als der wirtschaftliche Aufschwung in vielen Ländern begann, wurden die Kleider der Damen üppiger, die Stoffe hochwertiger.

Fakt ist: Kein Trend ist gut oder schlecht. Erlaubt ist, was gefällt. Die Mode bringt Neues hervor, doch auch Altbekanntes kommt im neuen Gewand zurück. Die zukünftigen Entwicklungen lassen sich schwer voraussagen, und genau das ist es, was die Mode immer wieder spannend und interessant macht.

Wie entstehen Modetrends?

Ausdrücke wie Modezar, Modepuppe oder Modediktat lassen vermuten, dass Konsumenten Marionetten sind, die Kleidung kaufen, die uns von Designern und Modejournalisten aufgetragen werden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wir als Käufer wirken an bedeutenden globalen Prozessen mit. Die beweisen zwei Theorien.

1. Der Trickle-Down-Effekt

Große Labels präsentieren beispielsweise während einer Fashion Week ein luftiges Sommerkleid mit einem Rosenmuster, das in den darauffolgenden Tagen vermehrt von prominenten Frauen getragen wird. Dies wird von großen Bekleidungsketten bemerkt, die dann ebenfalls ähnliche luftige Sommerkleider produzieren. Die Lawine ist nun ins Rollen geraten und immer mehr große Modehäuser in aller Welt bieten diese Sommerkleider an. Das Rosenmuster ist nun auch auf anderen Kleidungsstücken wie Blusen, T-Shirts oder Badeanzügen zu sehen. Aus dem Trend ist binnen kürzester Zeit ein Mainstream geworden.

2. Der Bubble-Up-Effekt

Bestimmte Musikrichtungen wie Punk oder Hip Hop entwickeln spezielle Kulturen und damit auch ihren eigenen Look, der von den meist jugendlichen Anhängern, die sich mit der Musik und ihren Repräsentanten identifizieren wollen, kopiert wird. Große Modelabels bekommen diese Jugendkulturen mit und übernehmen sie. Bestes Beispiel sind die Sneaker, die aus der Hip-Hop-Szene kommen und heute auch zu schicker Kleidung getragen werden.

Welchen Einfluss haben Influencer und Trendscouts?

Waren es vor einigen Jahren noch Designer und Subkulturen, die bei der Entwicklung von Trends die größte Rolle spielten, so mischen heute die Influencer als Trendsetter kräftig mit. In sozialen Netzwerken wie Youtube oder Instagram oder mit ihren eigenen Blogs erreichen sie weltweit oft Millionen von Followern mit ihren kreativen Ideen. Auch It-Girls und Promis setzen mit neuen Looks immer wieder Trends, die von ihren zahlreichen Fans nachgemacht werden.

Daneben gibt es noch die Trendscouts, deren Job es ist, ständig nach neuen Styles und Ideen Ausschau zu halten. Zum Anforderungsprofil für diesen Job gehören Ahnung von Mode und eine gute Beobachtungsgabe, denn zu schauen, was in Social Media und auf der Straße gerade angesagt ist, gehört zu den Hauptaufgaben des Trendscouts. Modeideen, in denen er das Potenzial für einen neuen Trend sieht, sammelt er in sogenannten Styleguides, die von Modelabels und Designern erworben werden und als Inspiration für die neuen Kollektionen dienen. Dann geht das Spiel von vorne los. Designer kreieren neue Looks, die bei Fashion Weeks präsentiert werden. Der Konsument entscheidet, ob daraus ein neuer Trend wird.

veröffentlicht von am 26. Aug 2020. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Kommentare und Pings sind im Moment nicht zugelassen.

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