Wie der Berg aufs Papier kommt





Papier kommt

Die digitale Technik und Dienste wie etwa Google Maps machen es möglich: einen dreidimensionalen Rundflug durch entfernte Gegenden vom heimischen Computer aus. Die Karte auf dem eigentlich flachen Computerbildschirm erscheint plötzlich ganz plastisch – fast so, als befände man sich inmitten der fernen Landschaft. Dabei hat gerade die Darstellung des Reliefs – also der Berge und Täler – in der Vergangenheit Kartographen immer wieder Kopfzerbrechen bereitet. So gab es in der Geschichte der Kartographie erstaunliche Vorschläge und Ideen, diese eindeutig dreidimensionalen Landschaftselemente auf zweidimensionales Papier zu bringen. Bis zu den abstrakten Höhenlinien moderner Karten und den dreidimensionalen Computermodellen war es ein langer Weg.

Welche faszinierenden Methoden im Laufe der Zeit entwickelt und wieder verworfen wurden, darüber berichtet die neue Ausstellung im Ernst-Haeckel-Haus der Universität Jena. Die Ausstellung “Relief und Karte. Geländedarstellungen seit 1800” wird am 29. November um 17 Uhr eröffnet und kann bis zum 31. März 2014 zu den Öffnungszeiten des Ernst-Haeckel-Hauses (Berggasse 7) besucht werden.

Die Ausstellung präsentiert Karten, Reliefs und Globen verschiedener Epochen. Sie veranschaulichen das Spektrum an Abbildungsformen der Erdoberfläche und den auf den ersten Blick unscheinbaren Landschaftsabbildungen, die heute selbstverständlich erscheinen. Historische Werkzeuge wie Reißzeug, Theodolit und Kupferstichwerkzeuge geben einen Einblick in die Kunst der Kartographie und das Handwerk der Vermessungstechnik und erklären, wie eine Karte und Reliefmodelle entstehen.

Insgesamt etwa 30 Exponate werden in der Ausstellung zu sehen sein – darunter auch Objekte, die erstmals in Jena gezeigt werden. So können Besucher ein handmodelliertes Porzellanrelief aus der Zeit um 1790 und handgeprägte Reliefkarten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestaunen. Außerdem werden Arbeiten eines noch heute tätigen Reliefbauers präsentiert, der eine möglichst detailgetreue Darstellung der Landschaft aus Gips modelliert.

Das Konzept der Ausstellung entwickelten Studierende im Rahmen eines Seminars und einer Exkursion während des vergangenen Sommersemesters. Darin beschäftigten sie sich mit der Kartographie um 1800 und den Darstellungsformen der Erdoberfläche in Text, Bild und Karte. Gemeinsam mit Seminarleiter Dr. Andreas Christoph haben die Studierenden das Konzept der Ausstellung entwickelt, Ideen für Exponate zusammengetragen und eine Begleitbroschüre erarbeitet. Die Broschüre – mit Texten von Andreas Christoph, den Studierenden Linnéa Bergsträsser und Maike Stöger sowie dem Reliefbauer Toni Mair – ist vor Ort erhältlich.

Am 29. November öffnet das Ernst-Haeckel-Haus ab 19 Uhr auch für alle Besucher der “Langen Nacht der Wissenschaften” seine Türen: Dann beginnt der Vortrag “Playground Alchemie” von Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach.

Mehr Informationen im Internet: http://www.ehh.uni-jena.de/Home.html

Ausstellung im Überblick:
Relief und Karte. Geländedarstellungen seit 1800
29.11.2013-31.03.2014
Ausstellungseröffnung am 29.11.2013, 17 Uhr
Einlasszeiten: Di-Fr: 10 Uhr, 11:30 Uhr, 14 Uhr, 15:30 Uhr
Der Eintritt beträgt 2 Euro bzw. ermäßigt 1 Euro.
Thematische Führungen sind möglich auf Anfrage per E-Mail unter: andreas.christoph[at]uni-jena.de.

Kontakt:

Dr. Andreas Christoph
Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik – “Ernst-Haeckel-Haus” der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Berggasse 7,
07745 Jena
Tel.: 03641 / 949514
E-Mail: andreas.christoph[at]uni-jena.de

veröffentlicht von am 27. Nov 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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