Westfalenpost: Digitalisierung in Museen: Erlösung oder Entzauberung





Museen leben von der Aura des Objektes. Das
einzigartige Original, ob Kunstwerk oder historisches Artefakt, steht
im Mittelpunkt. Um die echte Mona Lisa zu sehen, nehmen die Besucher
längste Anfahrtswege in Kauf. Entweiht eine Digitalisierung den
Zauber des Einmaligen? Diese Frage ist schwieriger zu beantworten,
als man meinen sollte. Einerseits schaffen digitale Strategien
Aufmerksamkeit, erschließen ein neues Publikum, erleichtern die
Zugänglichkeit, zum Beispiel mit Online-Reservierungen, und bieten
faszinierendes Potenzial, Kunst spielerisch zu vermitteln. Die
Herausforderung besteht darin, dass ein virtuelles Museum auf das
physische Erlebnis des Originals hinführt. Funktioniert das, wird die
Rolle des Objekts sogar noch gestärkt. Auf der anderen Seite sind
Online-Konzepte, vor allem die gut gemachten, ausgesprochen
kostenintensiv. Nur professionelle Strategien erzielen den
gewünschten Erfolg. Deshalb wird man wohl auf dem Weg zum Museum 4.0
noch einiges an kreativen Ideen ausprobieren und sich auch die Chance
gönnen müssen, mal zu scheitern. Die Gefahr lauert woanders. Sie
besteht darin, dass die kleinen Häuser auf breiter Linie abgehängt
werden und damit die Vielfalt der Museumslandschaft bröckelt. Die
kleinen Museen haben ja ohnehin schon in der realen Welt wegen ihrer
beschränkten Etats mit der Außenwahrnehmung zu kämpfen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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veröffentlicht von am 2. Feb 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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