Westfalen-Blatt: Kommentar zu Fotos von Toten





Darf man das Foto eines Vaters und seiner
kleinen Tochter zeigen, die beide tot in einem Grenzfluss zwischen
den USA und Mexiko gefunden wurden? Im September 2015 stand diese
Zeitung vor einer ähnlichen Frage. Über das Foto des dreijährigen
Aylan Kurdi, der im Mittelmeer ertrunken war, wurde in der Redaktion
lange diskutiert. Damals entschieden wir uns, das Bild zwar zu
zeigen, das Kind selbst aber unkenntlich zu machen und nur die
Szenerie zu beschreiben. Aus Respekt vor seiner Würde und weil der
Pressekodex verlangt, auf eine unangemessen sensationelle Darstellung
von Gewalt, Brutalität und Leid zu verzichten. Diesmal haben wir uns
anders entschieden. Wir zeigen das Foto der Toten, weil wir glauben,
dass es falsch wäre, die traurige Realität nicht abzubilden. Wir
nutzen es als Mittel zum Zweck, um das Thema greifbarer zu machen.
Denn das Leid kleiner Kinder auf der Flucht stößt bei vielen Menschen
auf besonders hohe Anteilnahme. Diese Anteilnahme ist wichtig, weil
uns sonst Berichte von Konflikten – vor allem, wenn sie weiter weg
stattfinden und schon eine Weile andauern – nicht mehr oder zumindest
weniger berühren.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Dominik Rose
Telefon: 0521 585-261
d.rose@westfalen-blatt.de

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 26. Jun 2019. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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