Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zur Entscheidung des OVG Münster, dass ein Album des Rappers Bushido zu Unrecht auf dem Index steht





Drei alltagstaugliche Sätze mit »müssen«:
Niemand muss, erstens, die computergenerierten Geräusche gut finden,
die von Bushido & Co. auf CD veröffentlicht werden. Man muss auch,
zweitens, nicht den Texten lauschen, die im Rap aus dem Wörterbuch
für Angeber zusammengestöpselt werden. Und, drittens, muss man sich
nicht so aufregen, wenn wieder mal eine Bushido-CD erscheint.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien aber wollte
Bushidos Album »Sonny Black« unbedingt zensieren. Sonst was? Absturz
der Jugend? Untergang des Abendlandes?

Saudumme Texte hin, ideologischer Quark her: Was die Prüfstelle da
vorexerziert hat, belegt nur den Eindruck von Experten, die Deutschen
seien ultimative Rechthaber. Im Straßenverkehr. Im
Genderkuckucksheim. Im Radio (bitte nur Deutsches). Nur Veganes. Nur
Sport (erhöhte Krankenkassenbeiträge für Sitzkartoffeln). Nur
abhängen (Risikobeiträge für Sportler).

Die Nation marschiert unter der Fahne heiliger Empörung. Dass
jetzt die Richter ein Zeichen dagegen gesetzt haben, musste sein.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 16. Mai 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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