Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Missbrauchs-Leitlinien:





Es ist ein weiter Weg, zu dem die katholische
Kirche gestern aufgebrochen ist. Mit der Verschärfung der Richtlinien
gegen sexuellen Missbrauch stimmt zumindest die Richtung. Das Ziel
ist jedoch noch in weiter Ferne. Die neue Vorgabe, bei jedem
Missbrauchsverdacht die Staatsanwaltschaft einzuschalten, ist
eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die auch vorher schon hätte
gelten müssen. Dies ist ein weiterer Beleg, wie schwer die
katholische Kirche sich mit dem Thema tut, wie sehr die Jahrzehnte
der Tabuisierung nachwirken. Denn das ist das eigentliche Problem. Es
nützen die strengsten Richtlinien nichts, wenn sie in der Praxis an
alten Denkweisen und Strukturen scheitern. Nicht das Ansehen der
Institution Kirche, sondern das Leid der Opfer muss endlich im
Vordergrund stehen. Da ist es wenig hilfreich, dass überführte
Missbrauchstäter künftig weiter in der Kirche tätig sein dürfen, nur
außerhalb der Kinder- und Jugendarbeit. Die Begründung lautet wenig
überzeugend: Sich der Täter einfach nur zu entledigen, sei nicht
verantwortbar, sagt Bischof Ackermann. So gewinnt man kein Vertrauen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

veröffentlicht von am 31. Aug 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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