Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Friedenspreis





Europa ist säkularisiert. Das Abendland hat
Jahrhunderte gebraucht, sich von geistlichen Dogmen zu emanzipieren,
was aber nun nicht heißt, dass die Religion ihre Daseinsberechtigung
verloren hätte – im Gegenteil. Einst hat Kant den ihr wesenseigenen
Appell, tolerant miteinander umzugehen, formuliert, heute tut es das
Ehepaar Assmann, das den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
erhält. In der Antike vor Mose manifestierte sich die Religion in der
Kultur. Seit Mose ist sie von ihr geschieden, was sie aber – folgt
man Jan Assmann – überhaupt erst befähigt, alles Weltliche zu
bewerten, auch zu kritisieren, Unrecht und Unterdrückung an erster
Stelle. Was also fehlt, wenn religiöse Grundwahrheiten fehlen? Die
einordnende Instanz. Aber wie–s so geht: Da folgt einer dem falschen
Gott – und tötet im Namen der Religion. Worüber niemand enttäuschter
sein kann als Jan und Aleida Assmann. In diesem Paar wird der enge
Konnex von Wissenschaft und Religion sichtbar. Jan Assmann hat ein
Mehr an religiöser Bildung gefordert. Nicht das Schlechteste, wenn
man Menschenfreund ist. Friedenspreis für die Assmanns? Eine gute
Idee.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 12. Jun 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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