Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Arminias Abstieg





Fußballvereine vom Schlage eines DSC Arminia
sind oft nah dran an der ganz normalen Lebenswirklichkeit. Da gibt es
gar nicht so große Unterschiede.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten.

Ganz schlechte Zeiten sind es jetzt in Bielefeld. Wieder einmal.
Wer den Klub über viele Jahre begleitet hat, ist so schnell nicht
mehr zu erschüttern. Hier gibt es das schöne Wetter nicht geschenkt,
hier muss jeder Millimeter Wohlbefinden hart erarbeitet werden, und
wie sich an diesem düsteren Abend des 19. Mai um 23.02 Uhr
herausstellte, sollte es nun auch zum Rüstzeug gehören, sein
Nervenkostüm mit Stahl zu ummanteln. Sonst wird man glatt noch
verrückt mit diesem Verein.

Arminia ist auch eine Leidensfamilie. Den Beweis in seiner
dramatischsten Form trat die Mannschaft in der Relegation gegen
Darmstadt an. 3:1 im Hinspiel, raus ohne Applaus mit 2:4 in den
letzten Zuckungen der Verlängerung im eigenen Stadion. Er könne das
nicht in Worte fassen, hat Geschäftsführer Marcus Uhlig gesagt. Wer
hätte das können?

Es war eine der schlimmsten Nächte der Klubgeschichte, in der es
ohnehin nicht mangelt an Material, dem DSC ganze Werke zu widmen. Es
war doch eine gute Zeit vor zwölf Monaten, als der Aufstieg in die 2.
Liga das zarte Pflänzchen Hoffnung nährte, es könne endlich eine
nachhaltige sportliche wie finanzielle Konsolidierung eintreten. Nun
sank das Ballbarometer in Bielefeld wieder auf abgrundtief. Und
wieder steht die Existenz auf dem Spiel. Die Arminen müssen, wenn sie
schon nicht die Klasse halten konnten, innerhalb einer Woche genügend
Geldmittel organisieren, um die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten.
Nehmerqualitäten haben sie und als die wahren Unkaputtbaren des
deutschen Fußballs schon beinahe einen Ruf zu verlieren. Unglaublich,
welche Power und Dynamik immer noch von diesem Klub ausgehe, staunte
Uhlig. Besonders, wenn die See hoch geht. Faszination Arminia – ein
tatsächlich beachtliches Phänomen.

Senkt allerdings der Großsponsor, an dessen Tropf der DSC
maßgeblich hängt, den Daumen, gibt es eine außerordentliche
Krisenlage. So fern ist das Wort Insolvenz bei allen Kraftakten der
Vergangenheit ohnehin nie gewesen. Noch hat es jedes Mal ein
Wiederaufstehen gegeben, und wo die Bielefelder bei ihren Ritten
zwischen Himmel und Hölle nicht alles schon aufgekreuzt sind:

In der 1. Liga.

In der 2. Liga.

In der 3. Liga.

In der Oberliga.

Ein Wanderer zwischen den Welten.

Die Fußballwelt vom Montag musste man nicht verstehen. Das
schaffte nicht mal Darmstadt.

Der am Boden zerstörte Absteiger aber kam nicht in den Schlaf über
die Frage, wie er in der Stunde X eine Null-Leistung abliefern
konnte. Es war die schlechteste Zeit für so etwas. Es hätte doch eine
gute Zeit werden sollen demnächst in der Zweiten Bundesliga.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

veröffentlicht von am 20. Mai 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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