Westfalen-Blatt: Das WESFTALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema „Flops im Fernsehen“





Billigfernsehen funktioniert in Einzelfällen.
»Bauer sucht Frau« ist günstig in der Herstellung und beschert RTL
eine hohe Einschaltquote. Wenn aber alle Privatsender, und zum Teil
auch ARD und ZDF, auf Dokusoaps setzen, entsteht Einheitsbrei, der
dem Zuschauer nicht mehr schmeckt. Er ist übersättigt. Diese
Erfahrung droht der ARD 2011 auf anderem Gebiet. Nach der
Verpflichtung von Günther Jauch soll es jeden Tag eine Talksendung
geben. Die lassen sich schnell und günstig produzieren. Aber wollen
die Zuschauer wirklich, dass fast immer dieselben Studiogäste über
ähnliche Themen diskutieren? Neue Ideen sind im deutschen Fernsehen
gefragt und Mut zu aufwendigen Produktionen. Packende Dokumentationen
und eindringliche Filme wie zuletzt »Bis nichts mehr bleibt« über
Scientology schauen bis zu zehn Millionen Menschen, darüber spricht
man. Dafür zweistellige Millionenbeträge auszugeben, fällt den
Privatsendern mit ihrer Angst vor einem Flop und finanziellem Schaden
gerade in einer Wirtschafskrise schwerer als den gebührenfinanzierten
ARD und ZDF. Aber letztlich gibt es keine Alternative.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

veröffentlicht von am 18. Jun 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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