WDR Fernsehen präsentiert Dominik Grafs Filmessays über den frühen deutschen Film und zeigt Werke von Petersen, Bringmann, Lemke und Fritz





Am 19. Februar und 5. März 2018 zeigt das WDR Fernsehen die Essays
von Dominik Graf und Co-Autor Johannes F. Sievert zum deutschen Film
der sechziger und siebziger Jahre. Beide Filme feierten auf der
Berlinale 2016 und 2017 ihre Premiere und fanden viel Beachtung. Sie
bilden den Auftakt zu einer besonderen Reihe von künstlerisch
anspruchsvollen Filmen renommierter deutscher Regisseure.

In „Verfluchte Liebe deutscher Film“ (WDR Fernsehen, 19.2.2018, 23.15
Uhr) werfen Dominik Graf und Johannes Sievert im Gespräch mit
Historikern und Protagonisten einen kenntnisreichen Blick in die
deutsche Filmgeschichte und auf einige der schönsten, aber auch
unbekanntesten Filme hierzulande. Sie beleuchten einen vergessenen
Teil unserer Filmkultur – Filme, die neben dem offiziellen, seriösen,
exportfähigen Output einen ungewohnten Ton anschlagen und einen ganz
eigenen Blick auf unser Land, in unsere Seele und unser Unbewusstes
werfen. Und sie stellen die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass
eine Seite der deutschen Filmtradition so schnell verloren gegeben
wurde?

In „Offene Wunde deutscher Film“ (WDR Fernsehen, 5.3.2018, 23.15 Uhr)
setzen Graf und Sievert ihre Suche in den Abgründen, aber auch im
Zentrum der deutschen Film- und Fernsehproduktion fort und werfen
dabei berechtigte Fragen auf: Warum gibt das öffentlich-rechtliche
Fernsehen nicht mehr so hellsichtige Science-Fiction-Filme wie Smog
(1973) in Auftrag? Warum entwickelt das Kino keinen Wagemut im Genre?
Mit seinem ersten Film für den WDR – „Brandstifter“ – sorgte
Regie-Enfant Terrible und Einzelgänger Klaus Lemke 1969 für einen
Skandal. Er reagierte unmittelbar auf den Berliner Kaufhausanschlag
von Gudrun Ensslin und Andreas Baader, den Lemke persönlich kannte:
Die in der außerparlamentarischen Opposition aktive Studentin Anka
(Margarethe von Trotta) deponiert aus Protest gegen den Vietnam-Krieg
eine Bombe in einem Kölner Kaufhaus, um die Öffentlichkeit zur
Auseinandersetzung zu zwingen. In einer weiteren Rolle (Astrid Proll)
ist Iris Berben zu sehen.

Es folgt mit „Mädchen mit Gewalt“ ein Film des Regisseurs,
Schauspielers und Fotografen Roger Fritz, der seinerzeit für einen
kleinen Skandal sorgte, dessen Hauptdarsteller Klaus Löwitsch dafür
aber einen Bundesfilmpreis gewann. „Zynisch-brutales Produkt der
modernen Serienproduktion von sexuellem Missbrauch und Gewalt – Wir
raten ab“ hieß es damals in einer Bewertung. Mike (Arthur Brauss) und
Werner (Klaus Löwitsch) locken Alice (Helga Anders) zu einer
abgelegenen Kiesgrube. Erst dann wird ihr klar, welche Absichten ihre
Begleiter verfolgen. Der Film ist erstmals im deutschen Fernsehen zu
sehen.

Mit „Smog“ sowie „Aufforderung zum Tanz“ folgen zwei – wenn auch
grundverschiedene – Meilensteine deutscher Fernsehgeschichte der
siebziger Jahre. „Smog“ simuliert in einer fiktiven
Fernsehsondersendung eine Umweltkatastrophe im Ruhrgebiet. Ganz
anders „Aufforderung zum Tanz“ (Regie: Peter F. Bringmann) eine Art
Ruhrgebietskomödie. Es beginnt mit dem Traberhengst Prinz Eugen, der
ausgerechnet in dem Rennen disqualifiziert wird, in dem Theo auf ihn
gesetzt hat. Und mit dem Anti-Helden Theo begegnen wir hier einer
Figur zum ersten Mal, die etwas später mit „Theo gegen den Rest der
Welt“ dann doch noch ganz groß rauskommen sollte.

Abgerundet wird die Reihe durch den Thriller „Gambit“ von Peter F.
Bringmann sowie Wolfgang Petersens Genrestück „Vier gegen die Bank“.
Das Original des Films, dessen Remake Petersen selbst im vergangenen
Jahr ins Kino brachte.

Die Termine im Überblick:

19.02.2018, 23.15 Uhr: „Verfluchte Liebe deutscher Film“ (Dominik
Graf); anschl. um 0.45 Uhr „Brandstifter“ (Klaus Lemke)

20.02.2018, 23.40 Uhr: „Mädchen mit Gewalt“ (Roger
Fritz/Erstaufführung)

26.02.2018, 0.00 Uhr: „Smog“ (Wolfgang Petersen)

27.02.2018, 23.40 Uhr: „Aufforderung zum Tanz“ (Peter F. Bringmann)

05.03.2018, 23.15 Uhr „Offene Wunde deutscher Film“ (Dominik Graf),
anschl. um 0.45 Uhr „Gambit“ (Peter F. Bringmann)

06.03.2018, 23.40 Uhr: „Vier gegen die Bank“ (Wolfgang Petersen)

Redaktion: Frank Tönsmann
Fotos unter ARD-Foto.de

Pressekontakt:
Barbara Feiereis
WDR Presse und Information
Tel. 0221 2207122
barbara.feiereis@wdr.de

Original-Content von: WDR Westdeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 3. Jan 2018. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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