WAZ: Wie früh ist zu früh? – Kommentar von Gerd Heidecke





Natürlich gibt es selbst in Bayern keinen
Jugendlichen, der eine Arbeitsstelle ausschlagen muss, weil er nicht
mit dem Auto fahren darf. Sachlich begründet ist die Forderung nach
dem “Lappen” für 16-Jährige nicht. Ebenso unbegründet ist es, den
Vorschlag deshalb als reine Spinnerei abzutun und auf eine Abwägung
zu verzichten. Zur Erinnerung: Das begleitete Fahren ab 17 wurde bei
seiner Einführung ebenfalls aus allen Blickwinkeln kritisch beäugt.
In der Praxis entpuppte es sich als Erfolgsmodell, jugendliche
Fahranfänger schrittweise zu verantwortungsvollen Auto-Piloten zu
machen. Warum soll das grundsätzlich bei Jüngeren nicht
funktionieren? In einigen US-Bundesstaaten dürfen 16-Jährige seit
Jahrzehnten ans Steuer, ohne dass deshalb auf den Highways die Hölle
los wäre. Erinnern darf man auch daran, dass die frühere Reife
Jugendlicher wichtige Gesetze verändert hat. Noch bis 1970 durfte
erst mit 21 gewählt werden, heute besitzen 16-Jährige in den ersten
Bundesländern schon das Landtags-Wahlrecht. Warum sollte man sie
unter altersgerechten Auflagen wie einem strikten Alkoholverbot nicht
ans Steuer lassen? Für einen Versuch ist es nie zu früh.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 18. Apr 2012. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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