WAZ: Wenn Dortmund nicht mitmacht – Kommentar von Matthias Korfmann





Es wäre ungerecht, Dortmund zu unterstellen, es täte
nichts für Radfahrer. Im Gegenteil. In Dortmund sind Radler durchaus
besser aufgehoben als zum Beispiel in Essen. Wer–s nicht glaubt, der
sollte seinen Drahtesel oder sein “E-Bike” mal neben der
renaturierten Emscher von Holzwickede nach Hörde lenken. Grüner,
netter, freundlicher kann der Ruhrpott gar nicht sein! Umso
erstaunlicher ist es, dass Dortmund beim Thema Radschnellweg so
übervorsichtig ist wie ein Kleinkind, das zum ersten Mal ohne
Stützräder fährt: bloß keine falsche Bewegung. Es könnte ja weh tun.
Papa, lass mich jetzt bitte nicht los …! Die Idee, eine
Schnellstraße für Radfahrer durchs Ruhrgebiet zu bauen, ist
eigentlich genial. Solch ein Weg, der in gewisser Weise ein grüner,
ein frischer Gegenentwurf zur grauen Revier-“Lebensader” A 40
wäre, verbindet. Und Ideen, die verbinden, sind meistens nicht
falsch. Das Revier könnte mit diesem Radweg mal zeigen, was es drauf
hat: Gemeinsam aus einer Idee etwas Neues schaffen. Einen Trend
setzen. Ins Gespräch kommen. Sponsoren finden. Aber was geschieht? Da
scheint einer ausscheren zu wollen, noch bevor die Tour begonnen hat.
Das zeugt von Misstrauen, von der Sorge, schlechter abzuschneiden als
die Nachbarn. Mit dieser Einstellung hat das Revier schon viel Glück
links liegen lassen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 26. Apr 2012. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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