WAZ: Still-Leben muss einmalig bleiben. Kommentar von Frank Preuß





Der Reflex ist unvermeidbar. Das Still-Leben auf der
A 40, es war ein gewaltiger Erfolg, ein Fest mit Millionen Besuchern,
von dem man sicher noch eine Weile schwärmt, dessen Bilder und
Geschichten in Erinnerung bleiben – muss man das nicht wiederholen,
weil–s so schön war? Oder, noch mehr, es gar als regelmäßige
Einrichtung im Eventkalender des Ruhrgebiets verankern?

Sicher ließe sich das mit erheblichen Anstrengungen wieder
stemmen, und das Revier würde unter einer Wochenendsperrung der
Autobahn einmal im Jahr oder alle zwei Jahre nicht kollabieren.

Aber der Reiz des Einmaligen ist unschlagbar. In der Wiederholung
lauert die Gefahr der Routine, im Ritual geht der Zauber des
Un-kalkulierbaren verloren. Lag nicht gerade eine Faszination der
Aktion darin, dass man ihre Auswirkungen nicht vorhersagen, dass man
nicht ahnen konnte, wie das alles überhaupt aussehen und
funktionieren würde?

Das Still-Leben darf man nicht zur Kirmes herabwürdigen, es ist
kein x-beliebiges Straßenfest, sondern es war ein besonderer
Augenblick für das Ruhrgebiet. Die Verlockung aber ist riesig, und es
wird nicht schwer sein, Sponsoren für ein nächstes Mal aufzutreiben.
Wie so eine Veranstaltung dann aussieht, kann man sich denken.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 19. Jul 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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