WAZ: Selbsterfahrung mit Kultur
– Kommentar von Jens Dirksen





Die schillernde Abschlussfeier in vier
Revierstädten, der zweite Teil des Wintermärchens nach der Eröffnung
auf der schneeverzuckerten Zeche Zollverein, hat noch einmal gezeigt,
dass die Kulturhauptstadt vor allem eines war: ein großes Fest, bei
dem den Menschen warm ums Herz werden konnte – nicht nur beim
sonnenverwöhnten Picknick auf dem Ruhrschnellweg. „Wandel durch
Kultur, Kultur durch Wandel“? Nur allzu gern haben die Macher der
Kulturhauptstadt in Kauf genommen, dass ihr Motto missverstanden
wird. Ganz so, als könnte ein Ganzjahresereignis wie dieses
Arbeitsplätze schaffen. Oder gar ein Motor sein wie es einst die
Montanindustrie war. Das kann sie nicht, aber das Missverständnis
half dabei, die gute Idee durchzusetzen. Nur fiel es der Ruhr 2010 am
Ende als Vorwurf auf die Füße. Und doch: Das allzu graue Bild vom
Revier, das die Welt vor einem Jahr noch hatte, ist bunter geworden.
Das Ruhrgebiet kann nicht mit den Alpen konkurrieren, aber für
Menschen, die sonst schon alles gesehen haben, ist es zum reizvollen
Ziel geworden. Ansonsten bleibt es dabei, dass die Kultur in diesem
Jahr zum Pionier einer massenhaften Selbsterfahrung wurde: Das
Ruhrgebiet kann weit mehr – und mehr sein – als die Summe seiner
Einzelteile.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 19. Dez 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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