WAZ: Hurra, wir frieren noch!
– Kommentar von Jens Dirksen





Wenn unsere Temperaturen mit ihren sibirischen
Verwandten konkurrieren, weht wieder ein Hauch von wilder Natur durch
unser sonst so wohltemperiertes Leben. Und in den Ärger über
morgendliches Eiskratzen, ausgefallene Züge und winterharte
Autoschlangen auf offener Schneedecke mischt sich ein wenig
Erleichterung: Der Klimawandel, den wir täglich spüren, ist offenbar
ein anderer als der, vor dem Wissenschaftler immer warnen. Eisblumen
stehen ohnehin auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten
Arten. Da ist es umso schöner, dass wenigstens Frost, Schnee und
Raureif für eine komplette Neubemusterung von Pflanzen und
Landschaften sorgen. Solange das kein Dauerzustand wird, lässt sich
auch darüber mit Behagen staunen – zumindest, wenn man von innen
draufguckt. Die Kälte bietet den wirklich harten Jungs die Chance,
sich zu beweisen – und sie gibt uns allen leider auch die
Gelegenheit, ein Herz zu zeigen für alle, die frieren müssen. Die
schönste Eigenschaft der Kälte aber bleibt, dass sie menschliche
Wärme stiftet, Doktor Schiwago und seine schöne Lara sind vielleicht
der romantischste Fall von gemeinsamem Nahkampf gegen das Frieren. Es
ist die Kälte, die unser Gespür für Wärme schärft. Denn das Zittern,
Bibbern, Zähneklappern wird ein Ende haben. Spätestens im nächsten
Frühling.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 1. Dez 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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