WAZ: Die Macht des Schmierfilms
– Kommentar von Petra Koruhn





Kein Laub, kein Niesel sollten die Züge im Herbst
bremsen. Man habe Millionen investiert, so die Bahn. Alles sollte
besser werden – leere Versprechungen! Investiert hätte die Bahn in
„Vegetationstechniken“ (Zurückschneiden der Bäume, damit die Blätter
nicht so fallen) und Magnetschienenbremsen gegen Rutschgefahr. Doch
dann kam dieser freche Herbst und forderte die Bahn mit einem
Naturphänomen heraus: Schmierfilm! Klingt bei der Bahn wie Ölpest,
die nicht in den Griff zu kriegen ist. Bahnfahrer zucken meist nur
noch mit den Schultern. Kein Wutausbruch, nur noch Augenrollen. Was
sollen sie auch machen? Sie wissen zwar, dass für Züge Hitze genauso
schlimm ist wie Kälte. Aber welche Alternativen haben sie? Aufs Auto
umsteigen, so absurd es klingt, aber das raten einem Zugbegleiter!
Bahnfahrer müssen Humor haben. Dass es nicht immer pünktlich laufen
kann, dafür hätten viele noch Verständnis. Wenn sie wenigstens
vernünftig informiert würden. Auch das ein ganz alter Hut. Doch da
tut sich, aller Versprechen zum Trotz, nicht viel. Wenn schon nicht
am Schmierfilm, liebe Bahn, aber daran lässt sich etwas ändern: Sagt
mehr durch! Nicht erst, wenn der Zug, den man hätte nehmen können, an
einem vorbeirollt.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 3. Nov 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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