WAZ: Der Fall Mixa und die Kirche –
Defizite -überall
– Leitartikel von Angelika Wölk





Wer im Fall Walter Mixa gedacht hatte, noch
schlimmer kann es gar nicht werden, der sieht sich nun eines Besseren
belehrt. Es wird mit jeder Nachricht aus Augsburg, wo er bis vor
kurzem Bischof war, erbärmlicher. Nun ist von einer Geheimakte die
Rede, in der Mixa schwere Alkoholprobleme sowie Übergriffe auf
Priesteramtskandidaten in den 90er Jahren nachgesagt werden.
Sicherlich, Menschen sind fehlbar. Auch Priester und Bischöfe. Doch
auch wenn nicht alle neuen Vorwürfe bewiesen sind: Der Fall Mixa ist
schon jetzt ein unfassbarer Skandal. Und er wirft Fragen auf. Vor
allem: Wie konnte ein Mann mit derart eklatanten charakterlichen
Defiziten Bischof werden? Hat ihn jemand im Vatikan an den
offiziellen Ernennungs-Verfahren vorbeigeschleust? Und wieso konnte
Mixa dann unbehelligt über Jahre hinweg einen zwielichtigen
Lebenswandel führen? Haben die Amtsbrüder weggeschaut? Haben alle
Laien-Vertreter im Bistum geschlafen? Was wäre, wenn es die
Prügelvorwürfe gar nicht gegeben hätte? Hinter dem Fall Mixa verbirgt
sich eine große menschliche Tragödie. Dahinter verbergen sich aber
auch beunruhigende Defizite in der Auswahl sowie im Umgang der Kirche
mit ihrem Führungspersonal.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 21. Jun 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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