WAZ: Der Fall Kachelmann – Ein Machtkampf. Kommentar von Angelika Wölke





Jörg Kachelmann ist seit Donnerstag wieder frei.
Seither versucht er, gutes Wetter in eigener Sache zu machen. Es ist
ihm nicht zu verdenken, dass er vor Kameras und Mikrofonen erscheint,
dort seine Unschuld bekräftigt. Wie er–s gelernt hat in so manchem
Sturm: professionell, überzeugend.

Denn sein Ruf ist ruiniert. In einer bisher einzigartigen Kampagne
wurden schmutzige Details aus dem Privatleben des bekannten
Moderators den Medien zugespielt. Pikant: die Rolle der
Staatsanwaltschaft. Am Tag der Verhaftung erklärt sie, dass ein
bekannter TV-Moderator wegen Verdachts der Vergewaltigung verhaftet
wurde. Schnell macht der Name Kachelmann die Runde.

Als Zitate aus Gutachten publik werden, bleibt die
Staatsanwaltschaft ruhig. Sie hätte strafrechtlich dagegen vorgehen
können, vielleicht sogar müssen. Ausgerechnet am Tag, nachdem die
Kollegen aus Karlsruhe die Staatsanwälte in Mannheim öffentlich
maßregeln, indem sie Kachelmann aus der U-Haft entlassen, sickert
durch, dass gegen den Moderator ein weiteres Verfahren läuft. Hier
geht es nicht nur um die Schuld Kachelmanns. Hier, so scheint es,
geht es auch um eitle Machtinstinkte und Karrieren von
Staatsanwälten, die vom Promi-Faktor des Angeklagten profitieren
möchten.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 1. Aug 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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