Von P.E.N. bis Goethe-Gesellschaft: Bundesweit formiert sich immer größerer Widerstand gegen Absetzung von Holk Freytag





(Bad Hersfeld/Berlin am 3. September 2014). Rund sechs Wochen nachdem die Stadt Bad Hersfeld den Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, Holk Freytag, fristlos geschasst hat, formiert sich mittlerweile bundesweiter Protest. So richten sich jetzt auch der Vorstand der Goethe-Gesellschaft Wuppertal und der internationalen Autorenvereinigung P.E.N. in einem offenen Brief an den Magistrat der Stadt Bad Hersfeld. „Die völlig unerwartete und vor allem nicht gerechtfertigte Absetzung ruft in ganz Deutschland heftige Reaktionen hervor. Mittlerweile nehmen große Teile der Bevölkerung aus allen Bundesländern, die gesamte deutsche Theaterbranche, Politiker sowie regionale und internationale Vereine die Vorgänge in Bad Hersfeld ernsthaft wahr“, sagt Fabian Baumgarten, Sprecher des Ensembles.

So warnt die Wuppertaler Goethe-Gesellschaft in ihrem Brief vor dem „immensen künstlerischen und kulturpolitischen Schaden, den der kaltschnäuzige Rausschmiss eines hochverdienten Theaterleiters und international renommierten Regisseurs für die Festspiele bedeutet.“ Die Gesellschaft fordert den Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling auf: „Korrigieren Sie Ihre kulturpolitische Fehlentscheidung, revidieren Sie die fristlose Kündigung Holk Freytags und arbeiten Sie im Rahmen Ihrer Befugnisse konstruktiv mit an der künstlerischen Weiterentwicklung und wirtschaftlichen Konsolidierung der Festspiele.“

Das Engagement geht laut Initiative längst über Solidaritätsbekunden hinaus. „Viele namhafte Persönlichkeiten richten sich mit Appellen und Briefen an den Magistrat der Stadt Bad Hersfeld, um größeren Schaden zu verhindern“, sagt Stephan Ullrich, der sich ebenfalls für die Wiedereinsetzung Freytags stark macht. Da es bei diesen zahlreichen Appellen aber zu keinerlei Stellungnahmen seitens des Magistrats der Stadt Bad Hersfeld gekommen sei, habe man sich zwischenzeitlich an die parlamentarischen Gremien der Bundesrepublik gewandt, um der Sorge um die Zukunft der Bad Hersfelder Festspiele Ausdruck zu verliehen. „Die letzte öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur der Stadt Bad Hersfeld am 27.08.14 ergab leider keine konstruktiven Vorschläge für die Zukunft der traditionsreichen Bad Hersfelder Festspiele – und dies, obwohl 2015 die 65. Jubiläumsfestspiele anstehen“, sagt Baumgarten.
Spätestens durch den Brief der Autorenvereinigung P.E.N. wird die Kündigung zum Politikum, da Bad Hersfeld die europäische Schaltzentrale von Amazon beherbergt, gegen die sich viele Schriftsteller mittlerweile zur Wehr setzen.

Laut Initiative haben sich derzeit unter anderem folgende Persönlichkeiten an den Magistrat gewandt:

• Ulrich Khuon, der Vorstand der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins und Intendant des Deutschen Theaters Berlin

• Klaus Pierwoß, ehem. Intendant des Bremer Theaters und ehem. Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste

• Holger Schultze, Intendant Theater Heidelberg

• Frank-Patrick Steckel, Gründungsmitglied der Berliner Schaubühne und ehem. Intendant Schauspielhaus Bochum.

• Joachim Lux, Intendant Thalia Theater in Hamburg

• Michael Roth, Staatsminister für Europa

• Der Stadtmarketingverein Bad Hersfeld

• Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, Gründungsverein der Bad Hersfelder Festspiele

• Der Kulturausschuss-Chef der Stadt Bad Hersfeld, Dr. Thomas Handtke

veröffentlicht von am 3. Sep 2014. gespeichert unter Theater. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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