Von Becher bis Blume





Mit Werken von Bernd und Hilla Becher, Boris Becker, Anna und Bernhard Blume, Chargesheimer, Jim Dine, Frank Dömer, Gina Lee Felber, Candida Höfer, Benjamin Katz, Jürgen Klauke, Astrid Klein, Werner Mantz, Augustina von Nagel, Floris Neusüss, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Albert Renger-Patzsch, Tata Ronkholz, Thomas Ruff, Hugo Schmölz, Wilhelm Schürmann, Thomas Struth

Laufzeit verlängert bis einschließlich 8. August 2021

Wir freuen uns, dass wir unsere hochkarätige Ausstellung Von Becher bis Blume. Photographien aus der Sammlung Garnatz und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur im Dialog zu den gewohnten Öffnungszeiten zugänglich machen dürfen. Die Ausstellung, die bereits Ende November 2020 hätte eröffnet werden sollen, war bedingt durch den Lockdown bislang noch nicht für die Öffentlichkeit zu sehen.

Die Ausstellung „Von Becher bis Blume“ gibt insbesondere Einblick in die einflussreich wirkende Photographie der 1980er- und 1990er-Jahre, eine Zeit, in der innovative und bis heute bedeutende Bildwerke und Konzepte entstanden sind. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Rheinland zu, mit zahlreich ansässigen Künstlern, Museen und Galerien. Das Sammlerpaar Ute und Eberhard Garnatz war Teil dieses äußerst lebendigen Geschehens, bereits in den 1970er-Jahren haben sie begonnen, ihrer Sammeltätigkeit engagiert nachzugehen. Neben einer großen Kollektion von Gemälden, Skulpturen und Graphiken entwickelten sie eine eigenwillige und beachtlich facettenreiche Sammlung von Photographien, die teils bis in die 1950er-Jahre zurückreichen, vor allem aber photographische Arbeiten umfasst, die seit den 1980ern bis in die 2000er-Jahre entstanden. In jenem Jahrzehnt trat die Photographie mehr und mehr in den Kosmos der bildenden Künste ein. Beharrlich eroberte sich das Medium mit und neben den tradierten Genres einen eigenständigen Platz. Und auch dies verfolgten die Sammler mit aufmerksamem Blick: Ganz auf der Höhe der Zeit, richteten sie ihr Augenmerk auf Kunstschaffende, für die das photographische Bild Grundlage und die Kamera als technisches Werkzeug im künstlerischen Tagesgeschehen eine Selbstverständlichkeit darstellte. Es wären zum einen jene zu nennen, die das dokumentarische Bild zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Konzepte gewählt haben; andererseits jene, die sich, weit weniger der Wirklichkeitstreue des Mediums verpflichtet, in experimentelle Gebiete begeben; und auch solche, die die Gegenstandswelt konterkarieren oder inszenieren respektive sich vorzugsweise die chemische Qualität des photographischen Prozesses zunutze machen, um so zu Bildwerken malerischer Formensprache zu gelangen.

Für die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur eröffnet sich mit dieser Präsentation die Möglichkeit, photographische Positionen der Sammlung Garnatz mit den eigenen in einen Dialog zu setzen. Einen gemeinsamen Nenner finden die beiden Sammlungen insbesondere in den Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Werke etwa von Boris Becker, Candida Höfer, Tata Ronkholz und Thomas Ruff bilden ebenfalls Korrespondenzen zwischen beiden Sammlungen. Darüber hinaus werden rare inszenatorische und experimentelle Arbeiten kontextualisiert. Sie treten solchen gegenüber, die an der Schnittstelle von Photographie und Malerei verortbar sind. So realitätsbezogen sich das Medium vorgibt, es begeistert durch die Bandbreite seiner Möglichkeiten, die graduell verschieden ins Abstrakte und Poetische reichen.

So bietet Von Becher bis Blume ein weites und auch sehr abwechslungsreiches Spektrum unterschiedlicher Auffassungen, die sich so kontrastreich widersprüchlich wie erfrischend ungezwungen begegnen. Gezeigt werden über 150 Exponate, teils umfangreiche serielle Arbeiten von 22 Künstlerinnen und Künstlern, die die jüngere deutsche Photographie durch innovative Beiträge wesentlich geformt und nach wie vor großen Einfluss auf das künstlerische Medium haben.

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalogbuch im Snoeck Verlag erschienen (Preis: 36 EUR).

Die Ausstellung wird gefördert von der Kunststiftung NRW und der Sparkasse KölnBonn.

zeitgleich zu sehen:

Rebecca Unz – Kopfstudien

August-Sander-Preisträgerin 2020

Den zum zweiten Mal ausgelobten August-Sander-Preis erhält die junge österreichische Künstlerin Rebecca Unz (* 2000) für ihre Portraitreihe „Sensibelchen“, 2018-2019. Im Zentrum der Farbphotographien stehen Gesichter von jungen Männern und Frauen aus dem musikalischen Umfeld von Hip Hop und Rap. Es sind Kopfstudien, modelliert durch eine besondere Lichtführung, die jedem Portrait seinen Platz in der Bildreihe zuweist: Eindrucksvoll verläuft die Serie Bild für Bild wie eine Tonleiter von einem warmen zu einem kalten Farbton und verstärkt so die Variationsbreite der von Rebecca Unz beobachteten Momente. Die Serie wird in einer Kabinettausstellung zusammen mit medial verschiedenen Werken ihres jungen Oeuvres gezeigt.

Deutlich wird, dass das Genre des Portraits für Rebecca Unz eine Vielzahl an Möglichkeiten birgt, sich mit einer Person als komplexes Individuum künstlerisch auseinanderzusetzen. Eine Person erweist sich für sie als eine Projektionsfläche für unterschiedliche Facetten formaler gestalterischer Herangehensweisen. Dabei verwendet Rebecca Unz nicht nur die Photographie, sondern auch die Zeichnung. Und letztere sowohl traditionell in Bleistift als auch in digitaler Umsetzung. Vielfach aber verwischt sie die Grenzen der Erkennbarkeit von Medium wie Bildgegenstand und fordert so die aufmerksame Wahrnehmung der Betrachter heraus.

Zur Ausstellung ist eine von Rebecca Unz zusammengestellte Broschüre erschienen.

veröffentlicht von am 20. Mrz 2021. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

Rückmeldung hinterlassen

Archiv

Bilder Galerie

Anmelden | Copyright by LayerMedia

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de