Verwesende Kühe liegen zwischen lebenden Tieren: Tierschützer kritisiert bei stern TV verheerende Zustände in Milchviehbetrieb





Live bei stern TV hat der Tierschützer Friedrich
Mülln schwere Vorwürfe gegen einen Milchviehbetrieb in Sachsen-Anhalt
erhoben: “Kühe werden erbarmungslos aus dem Stall geschliffen und
dabei stark verletzt, Leute packen Kälber an einem Bein und schleifen
sie hinter sich her, Tiere werden mit dem blanken Messer getrieben”,
sagte der Tierschützer vom Verein “Soko Tierschutz e.V.” im Gespräch
mit Steffen Hallaschka über die verheerenden Zustände im
Milchviehbetrieb “Geven & Rabelink” in Sachsen-Anhalt. Mülln habe im
Zuge einer Recherche zunächst tote Rinder auf dem Gelände des
Betriebs entdeckt und kurz darauf das Veterinäramt informiert –
trotzdem sei lange Zeit nichts geschehen.

“Soko Tierschutz e.V.” hatte stern TV Bildmaterial übergeben, das
die Verwahrlosung in dem Betrieb in Demker bei Stendal dokumentiert:
Tote, schon verwesende Kühe liegen zwischen Tieren, die zum Melken
weggeführt werden, ein frisch geborenes Kalb wird von einem
Kotschieber erfasst und mitgeschoben – Bilder, die Experten
fassungslos machen: “Das ist absolut unverständlich, sowas darf
überhaupt nicht passieren”, sagte die Tierärztin und
Grünen-Politikerin Dr. Ophelia Nick bei stern TV über die Aufnahmen
der Tierschützer. Man könne solche Bilder “nicht dulden”, das
Veterinäramt müsse hier “schnell ein Berufsverbot aussprechen”.

“Unser derzeitiges System versagt”

Die Überwachung von Viehbetrieben durch Veterinärämter sei derzeit
nicht ausreichend, so Nick bei stern TV: “Wir beobachten immer
wieder, dass die amtlichen Behörden nicht auf Grundlage der Gesetze
handeln oder Druck von außerhalb bekommen, wenn sie dann handeln
wollen. Wir fordern deshalb überregionale Behörden, die diese
Kontrollen durchführen. Das System, das wir jetzt haben, versagt ja.
Und das ist unerträglich.”

Rund 700 Rinder leben in dem Betrieb, “Soko Tierschutz” fand auf
dem Gelände insgesamt 17 Kadaver, die einfach herumlagen. Friedrich
Mülln informierte das zuständige Veterinäramt, doch die Behörden
reagierten lange nicht. Das Amt erklärte auf Anfrage von stern TV, es
habe “am 9. April eine Anlasskontrolle in dem Betrieb durchgeführt.
Sowohl die Außenbereiche als auch die Ställe wurden von der amtlichen
Tierärztin abgegangen.” Auf dem gesamten Betriebsgelände seien “keine
toten Rinder oder gar skelettierte Teile vorgefunden” worden.

Laut Angaben des Vereins “Soko Tierschutz” habe jedoch auch drei
Tage nach dieser Kontrolle ein totes Rind mitten im Stall gelegen –
seit dann fast drei Wochen. Auch der Betreiber des Hofes streitet
gegenüber stern TV sämtliche Anschuldigungen der Tierschützer ab.
Friedrich Mülln erklärte im Gespräch mit Steffen Hallaschka: “Wir
haben gegen den Betrieb und das Veterinäramt Strafanzeige erstattet.”
Medienberichten zufolge hat die Staatsanwaltschaft bereits
Ermittlungen eingeleitet.

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veröffentlicht von am 10. Mai 2018. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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