Ulrich Kienzle, ehemaliger Chefredakteur von Radio Bremen, verstorben / ARD-Vorsitzender Tom Buhrow: “Er war als Journalist und Mensch ein Vorbild: geradlinig, unparteiisch, unerschrocken”





Ulrich Kienzle ist am 16. April 2020 im Alter von 83 Jahren in Wiesbaden gestorben. Das teilte das ZDF heute (17.4.) mit. Der renommierte deutsche Journalist war in der Zeit von 1980 bis 1990 Chefredakteur bei Radio Bremen und Begründer des Fernsehregionalmagazins “buten un binnen”.

“Ulrich Kienzle war ein Journalist mit Herzblut. Er hat nicht nur Radio Bremen durch die Entwicklung des Regionalprogramms –buten un binnen– geprägt. Seine bissigen Kommentare werden in der deutschen Medienlandschaft fehlen. Die Antwort auf –Noch Fragen Kienzle?– ist zu unserem großen Bedauern verstummt”, sagte Dr. Yvette Gerner, Intendantin von Radio Bremen .

ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow :

“Ulrich Kienzle war als Journalist und Mensch ein Vorbild: geradlinig, unparteiisch, unerschrocken. Er wollte das ganze Bild verstehen, stellte besonders in seinen vielen Jahren als Auslandskorrespondent immer wieder die einfachen Freund-Feind-Bilder in Frage. In Erinnerung bleibt aber auch seine enorme Bandbreite: Dem Ausland gehörte sein professionelles Herz – die Mutter aller Regionalmagazine “buten und binnen” hat er als Chefredakteur von Radio Bremen entwickelt.”

Ulrich Kienzle wurde am 9. Mai 1936 in Neckargröningen geboren. Er studierte Politische Wissenschaften, Germanistik und Kunstgeschichte an den Universitäten München und Tübingen.

Seine journalistische Karriere begann 1963 beim Süddeutschen Rundfunk (SDR). Dort baute er als Reporter das Regionalmagazin “Abendschau Baden-Württemberg” mit auf, das er nach einem einjährigen Abstecher zum Westdeutschen Rundfunk von 1968 bis 1972 geleitet hat.

1972 bis 1974 war Ulrich Kienzle Redakteur und Moderator für das Auslandsmagazin “Kompass” (heute “Weltspiegel”), bis er 1974 als ARD-Auslandskorrespondent für Arabien nach Beirut ging. Anschließend war er als Südafrika-Berichterstatter ab 1977 in Pretoria.

Am 1. August 1980 wurde er Nachfolger von Gert von Paczensky im Amt des Chefredakteurs Fernsehen bei Radio Bremen. Dabei gestaltete er unter anderem das Regionalprogramm neu und entwickelte die Sendung “buten un binnen”.

Anfang 1990 wechselte er zum ZDF als neuer Leiter der Hauptredaktion Außenpolitik, wo er u.a. das “auslandsjournal” moderierte. In diesem Jahr führte er als einer der wenigen westlichen Journalisten überhaupt ein Interview mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein. Im März 1993 übernahm er zusammen mit Bodo Hauser die Leitung und Moderation des wöchentlich ausgestrahlten ZDF-Politmagazins “Frontal”.

Auch nach seinem Ruhestand im Jahr 2000 arbeitete er noch mehrfach für den öffentlichen Rundfunk, etwa zur Bundestagswahl 2002.

Außerdem veröffentlichte Ulrich Kienzle mehrere Bücher.

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veröffentlicht von am 17. Apr 2020. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung, Radio. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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