tz München: Gisela Schneeberger und Elmar Wepper im  tz-Interview: „Stargehabe? Nicht mit uns!“





Ein Film, der mit Gisela Schneeberger und Elmar
Wepper besetzt ist, wie in der heutigen ARD-Blaublüterkomödie Adel
Dich, ist ein Hochgenuss. Sie ergänzen sich ausgezeichnet vor der
Kamera. Das mag zum einen daran liegen, dass sich die beiden Münchner
sowohl beruflich als auch privat sehr gut verstehen, zum anderen aber
vor allem daran, dass beide brillante Schauspieler sind. In dem
BR-Mittwochsfilm ist Wendel Overmann (Elmar Wepper) auf der Suche
nach seiner wahren Herkunft, denn er glaubt, bei der Geburt
vertauscht worden zu sein. Er gerät bei seinen Nachforschungen in die
Welt des bayerischen Landadels und fällt der resoluten Gräfin Walli
von Felsen Hepp (Gisela Schneeberger) in die Hände. Zart nähern sich
die beiden einander an. Adel Dich ist eine humorvolle Geschichte über
eine späte Identitätsfindung, über die Liebe und die immer wieder
überraschenden Wendungen des Lebens. Die tz hat mit Gisela
Schneeberger und Elmar Wepper über ihren Ruhestand, ein zweites Leben
und Bayern gesprochen: In „Adel Dich“ forscht der pensionierte
Wendel in seinem Stammbaum. Frau Schneeberger, Herr Wepper, wie
stellen Sie sich Ihren Ruhestand vor? Gisela Schneeberger: Ich
verdränge den Ruhestand – noch. Denn Gott sei Dank bekommen wir auch
als ältere Schauspieler noch gute, ja, fast bessere Rollen. Viel
garteln werde ich sicher. Dann hoffe ich, dass mein Sohn irgendwann
Kinder bekommt. Andererseits denke ich, wenn man zu konkrete
Vorstellungen hat, kommt es meistens doch ganz anders. Ich habe mein
ganzes Leben nicht geplant … Elmar Wepper: … Ich auch
nicht. Ich mag das Wort Lebensplanung eh nicht. Was mehr hilft, ist,
wenn man ab und zu inne hält und sich die Frage stellt: Wo stehe ich
jetzt? Schneeberger: Aber hilft dir das letztlich weiter? Wepper:
Schon. Weil sehr viel damit gewonnen ist, wenn man weiß, wie man ist.
Wenn man in der Lage ist, zu unterscheiden, was brauche ich wirklich
im Leben: Was ist Ballast? Was kostet nur Kraft? Wenn man lernt,
Dinge wegzulassen, die einen nicht weiter bringen. Man steht dann
nicht mehr so unter Aktionsdruck. Das Tolle in unserem Beruf ist ja,
wie die Gisela sagte, dass es im Alter mit den guten Rollen nicht zu
Ende ist. Im Gegenteil: Die Rollen, die Charaktere werden viel
interessanter. Es geht nicht mehr vordergründig darum, das Publikum
durch Attraktivität zu bekommen. Durch eine schöne Nase oder so…
Ja, und ich  stelle mir auch vor, im Ruhestand viel zu Garteln. Dann
 habe ich meinen Hund, mein Golfspielen … Schneeberger: … Deine
Frau … Wepper (lacht): Stimmt, ja! Danke, Gisela. Jetzt habe
ich alles aufgezählt. Sie beide verstehen sich sehr gut. Da ist es
doch traumhaft, zusammen vor der Kamera stehen zu dürfen, oder?
Schneeberger: Wir empfinden das gegenseitig als Traum. Wepper:
Gisela, ich sage jetzt etwas. Nicht, weil du hier sitzt, sondern,
weil ich es genauso meine: Ich schätze die Gisela über alle Maßen und
verehre sie … Schneeberger:  … Wir sind halt zwei Menschen, die
den Beruf nicht so überwichtig nehmen. Das verbindet uns. Freilich
geben wir stets unsere beste Leistung ab. Aber mich befremden
manchmal Kollegen, die so ein Stargehabe haben … Schneeberger und
Wepper gleichzeitig: … Na, des san mir ned. Schneeberger: Ich will
das gar nicht bewerten. Aber ich denke, es ist eine bewusste
Entscheidung, ob du ständig in der Boulevardpresse sein magst -
oder ob Du es nicht magst. Das passt nicht zu uns, oder? Wepper:
Nein, das passt nicht. Und mir sans auch ned. Interview: Tina Layes

Pressekontakt:
tz München
Redaktion
Telefon: 089 5306 505
politik@tz-online.de

veröffentlicht von am 19. Apr 2011. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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