TV-Tipp: „Das Berlin Projekt“ – Spannende neue Langzeitdoku aus dem Herzen der Hauptstadt auf RTLZWEI





Anmoderationsvorschlag : Kein Dach über dem Kopf haben, von der Hand in den Mund leben ohne wirkliche Perspektive – wenn man einmal auf der Straße gelandet ist, wird es schwer, da wieder rauszukommen. Die wenigsten schaffen es allein. In Berlin sind schätzungsweise 10.000 Menschen obdachlos. Sieben von ihnen haben kürzlich die Chance bekommen, ihrem Leben eine neue Wendung zu geben. Ihr Startbudget waren 10.000 Euro, die sie zur freien Verfügung hatten. Über zwei Jahre hat sie ein Kamerateam dabei begleitet und ihre Wege in der Langzeitdokumentation „Das Berlin Projekt“ für uns festgehalten. Stets auch an ihrer Seite: Der Moderator Tim Niedernolte. Und ihn begrüße ich jetzt auch am Telefon, hallo!

Begrüßung: „Ja, hallo!“ 1. Herr Niedernolte, Sie haben die Teilnehmer des „Berlin Projekts“ begleitet. Was genau war Ihre Aufgabe?

O-Ton 1 (Tim Niedernolte, 38 Sek.) : „Ja, es gab nicht die eine Aufgabe für mich. Ich hatte sehr, sehr viele Aufgaben. Eine der ersten war eben, Kontakt herzustellen, Vertrauen aufzubauen. Dann natürlich, als wir uns ein bisschen kennengelernt haben, dieses Angebot zu machen, aber vor allen Dingen auch Kontakte zu Sozialarbeitern, zu Experten, zu Ärzten herzustellen, zu Wohnungshelfern und dann immer wieder den Kontakt zu halten. Die Kandidaten und Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu treffen, manchmal auch in den Hintern zu treten, wenn sie vermeintlich so ein bisschen auf der Stelle traten und ich gesagt habe: –Mensch, da geht doch mehr!–, zu bremsen wenn jemand mal wieder viel zu ungeduldig war, und einfach immer auch ein offenes Ohr zu haben, Tag und Nacht, um in den entscheidenden Momenten auch dabei zu sein.“

2. Wie haben Sie ausgewählt, wer die 10.000 Euro und die Chance auf einen Neustart erhält?

O-Ton 2 (Tim Niedernolte, 39 Sek.) : „Über Wochen und Monate sind wir durch Berlin gezogen, Mitarbeiterinnen von unserem Team und Mitarbeiter von der Produktionsfirma, Sozialarbeiter, um Kontakte aufzunehmen, Gespräche zu führen und vor allen Dingen auch zu erfragen: Hat jemand überhaupt Lust, vielleicht auch Motivation, was zu ändern. So einfach ist es gar nicht, weil: Wenn man mitmacht, dann kommen natürlich auch eine Menge Pflichten. Wenn man plötzlich eine Wohnung in Aussicht hat, heißt das aber auch, man hat einen Briefkasten, wo dann auch all diese Briefe wieder kommen mit potenziellen Schulden, Mahnungen, Vorstellungsterminen beim Arbeitsamt, vielleicht beim Bewährungshelfer. Und deswegen haben wir das sehr, sehr lange in Ruhe abgeklopft, damit wir natürlich auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben, die nicht plötzlich wieder abspringen.“

3. Wie schwer war es, Teilnehmer zu finden?

O-Ton 3 (Tim Niedernolte, 29 Sek.) : „Es war auf jeden Fall schwerer, als ich das gedacht hätte. Also ich hätte wirklich angenommen, jeder schreit sofort –Hurra!–. Viele waren skeptisch, verständlicherweise, einige sogar ein bisschen erschlagen, als es dann darum ging, was haben wir alles in der Hand an Hilfsangeboten, um demjenigen oder derjenigen zu helfen. Bei manchen war es super leicht, hat sich dann aber im späteren Verlauf des Projektes und all der ganzen Begleitung, als vielleicht auch wirklich zu früh erwiesen, weil auch nicht jeder bis zum Ende dabeigeblieben ist und manche auch wieder abgesprungen sind.“

4. Warum gab es 10.000 Euro Neustart-Kapital und nicht beispielsweise eine Wohnung?

O-Ton 4 (Tim Niedernolte, 42 Sek.) : „Der Hauptgrund für diese Herangehensweise ist, dass wir eben gesagt haben: Egal, ob jemand auf der Straße wohnt oder nicht – das ist ein Mensch, ein mündiger Mensch auf Augenhöhe genau wie wir. Und jeder darf wirklich frei über all die Hilfsangebote entscheiden, die er bekommen hat. Manche wollen vielleicht auch gar keine Wohnung, weil sie diese Freiheit über Jahre auf der Straße so sehr zu schätzen gelernt haben. Andere haben gesagt: Pass auf! Bevor ich irgendwann mal eine Wohnung habe, die ich mir so sehr wünsche – ich glaube, es wäre ratsamer, vielleicht erst mal diese vielen Schulden zu bezahlen, die ich noch habe. Oder es gab auch jemanden, der gesagt hat: Das allererste, was ich mir kaufe, ist ein neues Paar Schuhe, eine saubere Hose und ich will einfach mal wieder zum Frisör gehen, was ich selber bezahle. Und dann können wir gucken, ob es vielleicht eine Wohnung wird.“

5. Nun haben Sie ja einige Schicksale kennengelernt. Was hat Sie am meisten bewegt?

O-Ton 5 (Tim Niedernolte, 40 Sek.) : „Am meisten bewegt hat mich Ronja, eine der Kandidatinnen, die ich relativ früh getroffen habe. Die ist mit 14 Jahren auf der Straße gelandet, hat dann aber in der Phase, wo sie vor einer Sparkasse saß und gebettelt hat, ihren Realschulabschluss nachgeholt. Ich war total fasziniert von ihr und wir hatten innerhalb von Stunden ein Verhältnis aufgebaut, wo sie mir Dinge erzählt hat, die sie ihren Freunden und engen Bekannten nicht erzählt hat und sie hat so viel schon erlebt, was eigentlich für zwei Leben reicht. Und was mich noch bewegt hat, ist immer die Vorgeschichte derjenigen, mit denen wir gearbeitet und gedreht haben. Und da kann man einfach sehen: Im Grunde kann es jeden treffen, jeden von uns. Keiner ist frei davon, vielleicht doch mal auf der Straße zu landen, auch wenn das so weit wegklingt. Das ist es nicht.“

6. Ohne zu viel vorweg zu nehmen: Inwiefern haben die 10.000 Euro den Teilnehmern geholfen?

O-Ton 6 (Tim Niedernolte, 34 Sek.) : „Die 10.000 Euro waren auf jeden Fall eine große Hilfe. Aber keine so große Hilfe, wie man denken würde, ja? Die größte Hilfe war, und das kann jeder von uns eigentlich dann auch nachmachen, dass wir Vertrauen geschenkt haben, dass wir, wenn wir gesagt haben: Hey, wir treffen uns morgen um 15 Uhr auf einen Kaffee, wirklich am nächsten Tag um 15 Uhr da waren. Das kennen viele Menschen auf der Straße nicht, dass sich Menschen für sie interessieren und einfach auch Vertrauen aufbauen. Und deswegen würde ich sagen: Das Geld und selbst die ganzen Kontakte, die wir hatten, waren nicht so entscheidend wie das dran Sein, wie Wertschätzung geben, vor Ort sein und immer wieder den Rücken stärken.“

Tim Niedernolte über „Das Berlin Projekt“. Vielen Dank für das Gespräch!

Verabschiedung : „Vielen Dank!“

Abmoderationsvorschlag : 10.000 Euro und die Chance auf ein anderes Leben abseits der Straße für sieben Obdachlose in Berlin – die spannende Langzeitdoku „Das Berlin Projekt“ mit Tim Niedernolte läuft ab 7. Januar jeden Donnerstag um 20:15 Uhr bei RTLZWEI.

Pressekontakt:

Giusi Concorso
+49 (0)89 64185-6505
mailto:giusi.concorso@rtl2.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6605/4796244
OTS: RTLZWEI

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veröffentlicht von am 21. Dez 2020. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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