„ttt – titel thesen temperamente“ (NDR) am Sonntag, 3. Mai 2015, um 23.05 Uhr





Geplante Themen:

Der Spielraum wird immer kleiner – Wie in Russland das kulturelle
Leben kontrolliert wird Die Meldungen von staatlichen Eingriffen ins
kulturelle Leben Russlands häufen sich. Dass in Novosibirsk jüngst
eine Inszenierung von „Tannhäuser“ und der Intendant der dortigen
Staatsoper gleich mit abgesetzt wurde, beschäftigte auch das deutsche
Feuilleton. So spektakulär der Fall in Sibirien, so vielfältig die
Einflussnahme des russischen Kulturministers: Einen Tag vor dem
offiziellen Kinostart ließ er den Film „Kind 44“ verbieten, weil er
„Geschichtsfälschung“ betreibe und die Darstellung russischer Bürger
„fragwürdig“ sei. Ähnlich argumentierte das Ministerium, als es das
neue Stück einer Autorin in Pskow zensierte, das in der Tradition des
Dokumentartheaters steht. „ttt“ hört sich in der Kulturszene
Russlands um.

„Nirgendland“ – Aufwühlender Kinofilm über sexuellen Missbrauch
Die meisten Missbrauchsfälle spielen sich in Familien ab. Die junge
Regisseurin Helen Simon erzählt in ihrem Dokumentarfilm „Nirgendland“
einen zutiefst verstörenden Fall: Eine Frau wird jahrzehntelang vom
Vater missbraucht, dann ist ihre Tochter dran. Unvorstellbar, zu was
Menschen in der Lage sind. Unvorstellbar, dass man so traumatische
Erlebnisse wirklich so verdrängen kann, dass sie erst durch
therapeutische Hilfe wieder wachgerufen werden können. Als der Fall
endlich vor Gericht kommt, geht der Täter straffrei aus.
Unvorstellbar, dass der Vater tatsächlich davon gekommen ist. Die
preisgekrönte Abschlussarbeit an der Münchner Filmhochschule ist ein
erschütternder Film, der versucht, das Schweigen über dieses
Tabu-Thema zu brechen.

Flüchtlingselend in Libyen – Der Reporter Salah Zater über die
Situation in seinem Heimatland Er wurde zusammengeschlagen,
gefoltert, seine Familie bedroht – wegen seiner Berichte, seines
Berufes. Schließlich floh der TV-Journalist Salah Zater aus Libyen
und ist jetzt für ein Jahr Gast der „Stiftung für politisch
Verfolgte“ in Hamburg. Er kam legal, mit dem Flugzeug. Doch an der
libyschen Küste warten zehntausende Flüchtlinge auf die Überfahrt
nach Europa, wohl wissend, dass diese Etappe ihrer Flucht die wohl
gefährlichste ist. Skrupellose Schlepper zwingen die Menschen immer
mehr auf seeuntaugliche Boote, fast täglich erreichen uns
Schreckensmeldungen von Ertrunkenen im Mittelmeer. Dem will die EU
jetzt Einhalt gebieten: Es soll die Situation in den Herkunftsländern
langfristig verbessert werden, und auch eine verstärkte
Zusammenarbeit mit den Transitländern ist geplant. Doch was heißt das
konkret im Falle Libyen? Das Land versinkt im Chaos, ist Herkunfts-
und Durchgangsland in einem. „ttt“ spricht mit Salah Zater über die
Situation in seinem Heimatland und die jüngsten Absichtserklärungen
aus Brüssel.

Die Comeback-Platte des Jahres – Die Band „Blur“ über ihre neue CD
In diesem Fall darf man getrost von einer Sensation sprechen: Zwölf
Jahre nach dem letzten Studioalbum gibt es jetzt endlich eine neue CD
von Blur: „The Magic Whip“. Die Brit-Popper und ehemaligen
Oasis-Rivalen haben in Hongkong ein ganz entspanntes Album
aufgenommen, das den mitreißenden Blur-Sound gekonnt mit
elektronischen Spielereien und elegischen Klängen verbindet. Während
andere Comeback-Alben leider oft nach einem Abklatsch früherer
Erfolge klingen, haben sich Blur musikalisch weiterentwickelt. „ttt“
trifft Sänger Damon Albarn und Gitarrist Graham Coxon zum gemeinsamen
Interview.

Bilder gegen das Vergessen – Manfred Bockelmanns Porträtreihe der
Kinder des Holocaust „Zeichnen gegen das Vergessen“. So heißt eine
Werkreihe des Malers Manfred Bockelmann. Überlebensgroß und in Kohle
– entstanden nach Fotos, die manchmal das einzige sind, was noch
geblieben ist von den jüngsten Opfern des nationalsozialistischen
Rassenwahns. Es sind die vielen vergessenen Kinder des Holocaust, an
die Manfred Bockelmann in seiner Werkreihe erinnern will: „Ich möchte
diese Kinder zurückholen aus der Dunkelheit und ich werde meine
Portraits weiter zeichnen, solange ich kann“. „ttt“ besucht den
Künstler in seinem Atelier.

Moderation: Max Moor

Redaktion: Edith Beßling, Christine Gerberding, Niels Grevsen

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876,
E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

veröffentlicht von am 30. Apr 2015. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen, Literatur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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