„ttt – titel thesen temperamente“ (NDR) am Sonntag, 11. Mai 2014, um 23.05 Uhr





Die Themen:

Töten üben – Herlinde Koelbls Fotos von militärischen
Schießständen. Wie lernen Soldaten das Töten? Welche Feindbilder
werden ihnen vermittelt – und welche Form von Krieg? Die Fotografin
Herlinde Koelbl geht in ihrem neuen Projekt „Targets“ solchen Fragen
nach. Sechs Jahre lang fotografierte sie Soldaten, militärische
Schießanlagen und Zielattrappen, besuchte Truppenübungsplätzte u.a.
in den USA, China, Russland oder Afghanistan. Die Soldaten sollen
lernen, automatisch zu töten, den Menschen gegenüber nur noch als
Ziel wahrzunehmen. „Targets“ (9. Mai bis 5. Oktober) wird im
Deutschen Historischen Museum Berlin gezeigt – eine Ausstellung auch
über neue Feindbilder und neue Fronten.

Gurlitts Vermächtnis – Wie geht es weiter mit der Sammlung? Sein
größter Wunsch blieb ihm verwehrt: die beschlagnahmten Bilder seiner
Sammlung wiederzusehen. Cornelius Gurlitt starb am 6. Mai in seiner
Münchener Wohnung, ohne die Werke, die ihm am Herzen lagen, noch
einmal in Augenschein genommen zu haben. Nach seinem Tod wurde jetzt
bekannt, dass er testamentarisch verfügt hat, die Sammlung dem
Kunstmuseum Bern zu vermachen. Eine Überraschung – auch in Bern,
zumal noch vieles unklar ist: Umfasst das Testament alle Bilder, also
den berühmten Schwabinger Fund und den Salzburger Teil der Sammlung?
Vor allem: Was bedeutet die Verfügung für die unter Raubkunstverdacht
stehenden Bilder und die Arbeit der eigens eingesetzten Task Force?
„ttt“ diskutiert die neuesten Entwicklungen im Fall Gurlitt.

Gefahr für unsere Demokratie? – Kritiker zum geplanten
Freihandelsabkommen. Mehr Handel, mehr Arbeitsplätze, mehr Wohlstand.
Die Befürworter des geplanten Freihandelsabkommens („TTIP“) zwischen
der EU und den USA versprechen wahre Wunder. Doch die Kritik an dem
Abkommen wird vor der Europawahl immer lauter: So beklagen NGOs den
Einfluss von Lobbyisten, befürchten eine wachsende Macht der
Konzerne. Manche sehen sogar die Demokratie in Gefahr. Auch
Kulturschaffende bangen – um die deutsche Filmförderung oder die
Buchkultur. Dabei ist noch vieles unklar, denn die Verhandlungen zum
TTIP finden im Geheimen statt, die Kultur sei angeblich sogar
ausgeklammert worden. „ttt“ spricht u.a. mit dem Schriftsteller Ingo
Schulze über die möglichen Auswirkungen des Freihandelsabkommen.

Ein Jahr nach den Gezi-Protesten – Wie viel ist vom Aufbruch in
der Türkei geblieben? Am Anfang ging es um einen Bebauungsplan, dann
wurde daraus eine Bewegung für mehr Demokratie – am Ende gab es Tote
und Verletzte. Ende Mai jähren sich erstmals die Proteste rund um den
Gezi-Park, von vielen als Zeitenwende für die Türkei empfunden. Doch
die Regierung Erdogan scheint das nicht anzufechten, vielmehr zerrt
sie ehemalige Protestler vor Gericht und schafft ein Klima der Angst.
„ttt“ spricht mit den Initiatoren der Gezi-Bewegung und Künstlern und
fragt: Was ist geblieben vom hoffnungsvollen Aufbruch vor einem Jahr?

Moderation: Max Moor

Redaktion: Edith Beßling, Christine Gerberding, Niels Grevsen,
Florian Müller

Pressekontakt:
Agnes Toellner
Presse und Information Das Erste
Tel: 089/5900 3876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

veröffentlicht von am 9. Mai 2014. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen, Literatur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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