„ttt – titel thesen temperamente“ (MDR) am Sonntag, 25. Januar 2015, 23.00 Uhr





Geplante Themen:

Hitchcocks unvollendeter KZ-Lehrfilm für die Deutschen Als die
alliierten Truppen Anfang 1945 die ersten deutschen Konzentrations-
und Vernichtungslager befreien, sind auch Kameraleute unter den
Soldaten. Sie sollen alles filmen, was als Beweis für die furchtbaren
Verbrechen dienen kann. Die britische Regierung plant ein großes
Dokumentarfilm-Projekt, in dem alle diese Aufnahmen zusammengefügt
werden. Kein geringerer als Alfred Hitchcock soll die Regie
übernehmen, der Film eine „Lehre für die ganze Menschheit“ werden.
Doch noch im September 1945 wird das Projekt abgebrochen, „German
Concentration Camp Factual Survey“ wird nie fertig gestellt. Erst
jetzt, 70 Jahre später, haben Wissenschaftler des Imperial War Museum
London ihn auf Basis damaliger Unterlagen vollendet. Die
Dokumentation „Night will fall“ rekonstruiert diese
Entstehungsgeschichte und fragt, warum der Original-Film
jahrzehntelang in den Archiven verschwand. „ttt“ spricht darüber mit
Filmemacher Andre Singer und der Holocaust-Überlebenden Anita Lasker
Wallfisch, deren Befreiung aus Bergen-Belsen im Film festgehalten
ist. Mit einem Programmschwerpunkt am 26. Januar 2015 erinnert das
Erste an den 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers
Auschwitz (27.01.) und zeigt „Night will fall“ um 23:30 Uhr.

Wie die USA in die Folterfalle gerieten – der CIA Folterreport
Ende Dezember legte die Senatorin und Vorsitzende des
Geheimdienstausschusses, Dianne Feinstein, einen 525-Folterbericht
vor, der die Verhörmethoden der CIA im Zuge des „Krieges gegen den
Terror“ dokumentiert. Darin kann nun jeder nachlesen, wie u.a. die
Verhörmethode „Waterboarding“ an Terrorverdächtigen von einer
privaten Folter-Firma im Auftrag der CIA durchgeführt wurden: In
ihrem archaisch anmutenden „Krieg gegen den Terror“ haben die USA
selbst zu terroristischen Mitteln gegriffen. Das dokumentiert der
CIA-Folterreport des US-Senats in erschütternden Details. Wolfgang
Neskovic, Ex-Bundesrichter und Herausgeber der jetzt erschienenen
deutschen Übersetzung des Reports, verlangt, Bush, Cheney & Co wegen
Kriegsverbrechen anzuklagen – notfalls von Deutschland aus. Der New
Yorker CIA-Kenner Tim Weiner glaubt: Der Folterreport wird nichts an
der amerikanischen Vorgehensweise ändern. Und der Deutschtürke Murat
Kurnaz, der jahrelang unschuldig in Guantanamo gefoltert wurde, ist
sich sicher: Die Täter und ihre politischen Hintermänner werden nie
zur Rechenschaft gezogen werden. „ttt“ über das moralische Fiasko
beim Kampf gegen den Terror. „Der CIA Folterreport“ – jetzt im
Buchhandel erhältlich.

Wieviel Islam verträgt Deutschland? Hört jetzt der Spaß auf,
nachdem 12 Mitarbeiter der Satirezeitschrift Charlie Hebdo umgebracht
wurden? Oder jetzt erst recht? Mehr als zwei Wochen nach den
tödlichen Anschlägen von Paris hat sich auch in Deutschland das
politische Klima deutlich verändert. Tausende Menschen gehen gegen
die vermeintlich drohende Islamisierung auf die Straße. Tausende
stellen sich ihnen entgegen. Demonstrationen dürfen wegen
Terrorgefahr nicht stattfinden. Polizeieinheiten stürmen Wohnungen.
Karikatur-Ausstellungen werden aus Sicherheitsgründen erst aus dem
Programm gestrichen, dann sollen sie doch eröffnen. Ein Handelsriese
nimmt eine Seife aus dem Angebot, weil das Motiv einer Moschee auf
der Verpackung muslimische Kunden verstört. Alles eingebildete
Paranoia? Oder reale Verunsicherung? Unverdrossen weiter zeichnet der
Leipziger Karikaturist Beck, obwohl Pegida-Anhänger ihm das Leben
schwer machen wollen. ttt mischte sich mit ihm unter Demonstranten
und Polizei in Leipzig. Noch nicht abgesagt wurde das neue
Bühnenprogramm der Kabarettisten Kerim Pamuk und Lutz von Rosenberg
Lipinsky, wo aus dem neuen Kulturkampf zwischen Islam und Christentum
ein interreligiöser Showkampf wird. Am Donnerstag hatte „Brüder im
Geiste“ in Berlin Premiere – „ttt“ war dabei.

„Birdman“ – die Sucht nach Anerkennung

Ein abgelegter Hollywood-Schauspieler – von Selbstzweifeln geplagt
und verfolgt von den längst vergangenen, goldenen Tagen seines
Erfolgs – versucht den verzweifelt ambitionierten Neuanfang am
Broadway. So etwa ließe sich – in aller Kürze – der Stoff
zusammenfassen, den der Film „Birdman“ verhandelt. Gerecht wird ihm
diese Beschreibung nicht, denn was dem mexikanischen Regisseur
Alejandro González Iñárritu mit diesem ersten Ausflug ins Genre der
Tragikomödie gelungen ist, kann wohl ruhigen Gewissens als einer der
innovativsten und anspruchsvollsten Hollywoodproduktionen der letzten
Jahre bezeichnet werden. Ein Film über die Konsequenz des eigenen
Egos, über das manchmal fatale Missverständnis zwischen Anerkennung
und Liebe, der Verwechslung zwischen dem echten mit dem dargestellten
Leben – und nicht zuletzt ein bissiger, satirischer Kommentar auf den
Wahnsinn Hollywoods. Schon lange gilt „Birdman“ mit seinem
beindruckendem Allstar-Cast als einer der Favoriten bei den
diesjährigen Academy Awards. Nun ist der Film für neun Oscars
nominiert worden. Am 29. Januar kommt „Birdman“ in die deutschen
Kinos. „ttt“ warf vorab einen Blick darauf.

Moderation: Max Moor

Pressekontakt:
Redaktion: Jens-Uwe Korsowsky (MDR)

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876,
E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

veröffentlicht von am 22. Jan 2015. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen, Literatur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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