“ttt” Spezial von den Salzburger Festspielen 2019 (BR) am Sonntag, 11. August 2019, um 23:35 Uhr





Die geplanten Themen:

Ein Jahr vor dem 100. Jubiläum der Festspiele bietet Salzburg
wieder ein engagiertes Programm mit hochkarätigen Akteuren.

Das bewährte Duo Peter Sellars und Teodor Currentzis hat das
nächste Mozartwerk in den Blick genommen. Idomeneo ein musikalisches
Drama – aus dem antiken Stoff kreiert Mozart eine persönliche
Tragödie um Schicksal, Liebe und Verrat. Regisseur Peter Sellars
interpretiert den klassischen Stoff als Kommentar auf die Klimakrise
und füllt die Bühne der Felsenreitschule mit einem apokalyptischen
Szenario.

Medea – die Oper von Luigi Cherubini – selten hat man einen
mythischen Stoff so aktuell inszeniert gesehen. “Das Publikum solle
das Gefühl haben, dass das auf der Bühne Gezeigte etwas mit dem
eigenen Leben zu tun habe”, so Regisseur Simon Stone. Medea ist die
Ehefrau eines Yuppies, ein schönes Paar, eine scheinbar perfekte
Vorzeigefamilie. Als er sie für eine Jüngere verlässt, verliert sie,
die Ausländerin ist, alles: Familie, Geld, Status, ihre Kinder und
vor allem – ihr Aufenthaltsrecht. Medea als Migrantin, die sich an
der Gesellschaft, die sie verstoßen hat, rächt. In der Titelrolle
gesanglich perfekt und schauspielerisch höchst überzeugend – die
Neuentdeckung Elena Stikhina, die für ihr Salzburg Debüt stehende
Ovationen erhält.

Es gibt Traditionen in Salzburg, die Legende geworden sind. Die
Rolle der Buhlschaft ist so eine Legende. In diesem Jahr wird sie von
der gefeierten Theaterschauspielerin Valerie Tscheplanowa verkörpert.
Eine intelligente, selbstbewusste und ein bisschen subversive
Buhlschaft. “ttt” hat mit Valerie Tscheplanowa über ihre Kindheit,
ihre russische Seele und die Kunst, sich zu entäußern gesprochen.

Den Roman “Jugend ohne Gott” schrieb Ödön von Horvath 1937 ein
paar Kilometer von Salzburg entfernt. Er erzählt von den Nöten eines
Bildungsbürgers, eines Lehrers, sich im aufkommenden Faschismus zu
verhalten. Opportunismus – oder Humanismus leben? Die Sätze eines
geschassten Ex-Kollegen zu dem Lehrer wirken wie ein Menetekel: “Es
kommen kalte Zeiten! Das Zeitalter der Fische!” In der Rolle des
Lehrers gibt Tatort-Star Jörg Hartmann sein furioses Salzburgdebut.

Die Neuerfindung der Operette und nichts Geringeres strebte
Jacques Offenbach mit seiner Opera Buffa “Orpheus und Euridike” an.
Und Regisseur Barry Kosky setzt noch einen drauf. Jahrelang hat er
über diese Inszenierung nachgedacht und sich ein sehr unterhaltsam
respektloses, temporeiches Spektakel ausgedacht. Wenige Tage vor der
Premiere ist noch vieles geheim. “ttt” durfte nur die ersten 30
Minuten sehen. Fest steht: Die Inszenierung verspricht ein großer
Wurf zu werden. Erste Eindrücke von der Klavierhauptprobe jetzt in
“ttt”.

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt

Moderation: Max Moor Redaktion: Lars Friedrich (BR)

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 9. Aug 2019. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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