Theaterberserker Claus Peymann im Porträt (FOTO)





„König Claus – Peymanns Leben für das Theater“ / Dokumentation von
Andreas Ammer / 90 Minuten/ Donnerstag, 12. April, 23:45 Uhr, SWR
Fernsehen

Nach dem Ende seiner Karriere als Intendant der größten
deutschsprachigen Bühnen kehrt Claus Peymann nach Stuttgart zurück,
wo seine Karriere begann: Er inszeniert in Stuttgart sich und
Shakespeares König Lear. Die 90-minütige Dokumentation „König Claus –
Peymanns Leben für das Theater“ von Andreas Ammer porträtiert den
streitbaren Regisseur, der die deutsche Theaterlandschaft maßgeblich
geprägt hat. Peymann erinnert sich unter anderem an seine Stuttgarter
Zeit, die Jahre 1974 bis 79, als er als Sympathisant verdächtigt
wurde und schimpft gleichzeitig laut über die Stuttgarter
Verhältnisse heute. Zu sehen am Donnerstag, 12. April 2018, 23:45 Uhr
im SWR Fernsehen.

Ein Spendenaufruf für einen Zahnersatz wird zum Verhängnis Claus
Peymanns Karriere begann stilecht mit einer „Publikumsbeschimpfung“:
Die Uraufführung des gleichnamigen Dramas von Peter Handke machte den
Regisseur 1966 mit einem Schlag bekannt. Er hatte die
Studentenrevolte auf die Bühne gebracht – das Fernsehen war damals
mit dabei. Heute erzählt Peymann, mit welchem Trick er die Aufführung
zu einem umjubelten Ereignis gemacht hat. 1974 wird er vom
streitbaren Regisseur zum Schauspieldirektor in Stuttgart. Peymann
wird vom Publikum innig geliebt und von der Politik noch heftiger
kritisiert. Sein größter Skandal wird ihm zum Verhängnis: Ein
Spendenaufruf für einen Zahnersatz für die in Stuttgart inhaftierte
Terroristin Gudrun Ennslin macht ihn als Staatstheaterintendanten
untragbar.

Intendant eines legendären Ensembles – Regisseur eines großen
Stücks Das sozialdemokratische Bochum und das ehrwürdige Wiener
Burgtheater sind die nächsten Stationen seiner Karriere. Sein
Lebensweg steht für zentrale Facetten der deutschen Kulturgeschichte.
Peymann, dem das Theater die Familie ersetzt, wechselt nach der
Wiedervereinigung in den Osten der Republik und wird Intendant des
legendären „Berliner Ensembles“ – wo er dem Terroristen Christian
Klar einen Praktikumsplatz anbietet. 2017 trat der 80-Jährige von
diesem Posten zurück. Im Alter findet er zu seiner Arbeit als
Regisseur zurück und inszenierte aktuell in Stuttgart Shakespeares
„König Lear“, das Drama eines abdankenden Königs, der sein Reich
unter die Erben verteilt – und daran zerbricht.

Der letzte Theaterberserker seiner Art

Der Film „König Claus – Peymanns Leben für das Theater“ beobachtet
Peymann bei der oft emotionalen Probenarbeit in Stuttgart und blickt
zugleich auf das Leben der Regielegende zurück. Regisseur Andreas
Ammer sprach mit Zeit- und Weggenossen von Claus Peymann wie Harald
Schmidt oder seinem langjährigen Mitstreiter Herrmann Beil. Er
stöberte verborgene Archivschätze auf – wie ein bisher ungesendetes
Interview mit Thomas Bernhard – besucht mit Peymann die Gräber der
RAF-Terroristen und erlebt mit ihm einen emotionalen Moment. Der Film
erzählt auf neue Weise das an Skandalen und Erfolgen reiche Leben des
Theaterberserkers Claus Peymann.

Sendung:

„König Claus – Peymanns Leben für das Theater“ am Donnerstag, 12.
April 2018, 23:45 Uhr im SWR Fernsehen.

Der Film ist nach Ausstrahlung in der SWR Mediathek unter
www.swrmediathek.de verfügbar. Pressekontakt: Grit Krüger, Telefon
07221 929 22285, grit.krueger@swr.de

Original-Content von: SWR – Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 13. Mrz 2018. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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