Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Kunstschatz/München





Wenn man an die Ausstellungen zum Thema
“Entartete Kunst” zurückdenkt, in denen verlorene Gemälde durch
traurige Stellvertreterkopien – meist Schwarz-Weiß-Fotografien der
Originale – ersetzt wurden, dann ist dieses unverhofft aufgetauchte
Konvolut wirklich ein Grund zur Freude. Auf die Kunstwissenschaft
wartet viel Geschäft. Eine Fülle von Fragen wirft der Bilderschatz
aber auch auf: Warum haben Zollfahndung und Staatsanwaltschaft über
ihre milliardenteure Ausgrabung so lange den Mantel des Schweigens
gelegt? Hat man ernsthaft geglaubt, dass die Provenienz der Werke,
also ihre Herkunftsgeschichte, zu klären sein würde, bevor die
Öffentlichkeit davon erfahren durfte? Die seit einiger Zeit an vielen
deutschen Museen etablierte Provenienzforschung hätte umgehend
Auskunft geben können, dass die Suche nach den recht-mäßigen
Eigen¬tümern geraubter Bilder oft Jahrzehnte dauert. Für etwa
zweihundert der Bilder aus Gurlitts Besitz, so weiß man inzwischen,
liefen aber offizielle Suchanfragen. Darauf hätten die Behörden
unbedingt rascher und offener reagieren müssen.

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veröffentlicht von am 5. Nov 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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