Sprachassistenten könnten das „nächste große Ding“ sein / media.innovations 2018 gibt Anreize, Medien neu zu denken





Was ist jetzt das nächste große Ding? Sind es
Sprachassistenten wie Alexa oder die Blockchain-Technologie? Richard
Gutjahr, Moderator des 5. Medieninnovationstages der BLM, setzt auf
die Voice Assistants. Gleich, welche Entwicklung in den nächsten
Jahren das Rennen macht – Potenzial für die Medienhäuser bieten sie
alle: Blockchain-Technologie, automatische Textgenerierung mittels
Algorithmen, Voice Assistants oder Augmented bzw. Virtual Reality
(AR/VR). Lust auf Innovation vermittelten die Präsentationen und
Startup-Sessions gestern jedenfalls allen Besuchern der
media.innovations 2018.

Neue Entwicklungen als Chance

170 Besucher waren in die Bayerische Landeszentrale für neue
Medien (BLM) gekommen, um Medien neu zu denken. Spannende
Startup-Beispiele zeigten, wie das funktionieren kann. Zum Beispiel
mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI), wie BLM-Präsident Siegfried
Schneider zum Auftakt erläuterte. Im Roboterjournalismus komme
künstliche Intelligenz bereits seit einigen Jahren zum Einsatz.
Einfache Texte wie Fußballspielberichte aus Amateurliegen müssten
nicht mehr von Journalisten geschrieben werden. Roboterjournalismus,
so der BLM-Präsident, könne eine große Chance sein, allerdings nur,
wenn das nicht zur Marktbereinigung genutzt, sondern stattdessen
„mehr Zeit auf gute Recherche oder die Entwicklung neuer Formate
verwendet“ werde. Generell ermutigte Schneider dazu, die wichtigsten
neuen technischen Entwicklungen – KI, Smart Speaker, Ar und VR sowie
Blockchain – als Chance zu sehen.

Innovation ist ein Prozess

Was Innovation in der Medienbranche überhaupt bedeutet und wie sie
sich realisieren lässt, verdeutlichte Keynote-Speaker Konrad Weber.
Innovation, so der Projektleiter Digitale Strategie beim Schweizer
Radio und Fernsehen (SRF), sei nicht immer risikoreich. Sie beginne
im Kleinen und erfolge in Wellen: „Innovation ist kein einmaliges
Projekt, sondern ein Prozess.“ Die Schritte dieses Prozesses sind
laut Weber: Definition eines Wachstumszieles, Fokussierung auf
Nutzerbedürfnisse, Aufbau eines Entwicklungsteams und die
Entscheidung über Projekte, die fortgeführt werden.

Vereinfachung dank Blockchain-Technologie

Wie ein innovatives Ökosystem für die Verbreitung und das
Rechtemanagement digitaler Inhalte mittels Blockchain-Technologie
aufgebaut werden kann, zeigten Philipp Otto vom iRightsLab und
Hendrik Hey, Geschäftsführer Welt der Wunder. iRights.Lab bietet
unter anderem ein drastisch vereinfachtes Rechtesystem für die
digitale Content-Distribution an. Dank Blockchain-Technologie könne
so jederzeit nachgeprüft werden, wem die digitale Kopie gehöre. Mit
fünf Klicks statt eines zehnseitigen Lizenzvertrages könnte so ein
Zweitverwertungsmarkt für digitale Inhalte aufgebaut werden. Für
Hendrik Hey ist Blockchain kein Hype, sondern „das nächste große
Ding, das nur einmal im Leben passiere“. Welt der Wunder baut einen
Content-Marktplatz für Video- und TV-Produzenten im Netz auf, auf dem
sich Käufer und Verkäufer treffen. „Smart contracts“ werden die
notwendige Rechtssicherheit bieten, die Währung sind „micro licensing
coins“(milc).

Wenn Algorithmen Texte liefern

Vereinfachung ist auch das Ziel bei der automatischen
Textgenerierung, viel diskutiert unter dem Begriff
Roboterjournalismus. Alexander Siebert, Gründer von Retresco, führte
vor, wie z.B. Sportberichte von Maschinen mittels Daten generiert
werden können. So weit, wie es manche Werbung verspricht, dass
Menschen imitiert werden könnten, sei man noch lange nicht im Bereich
Artificial Intelligence (AI), beruhigte Siebert die Gemüter. So
müsste eine Maschine vieles lernen, z.B. auch, dass eine
Gefängnis-Fußballmannschaft sicherlich kein Auswärtsspiel bestreite.
Sieberts Resümee: „Automatisierung ist Voldemort, die erschreckende
Kraft, die niemand beim Namen nennen will.“

Junge Gründer mit innovativen Projekten

Im Rahmen von zwei Startup-Sessions führten junge Gründer vor, wie
Medien neu gedacht werden können. Die neuen Fellows des Media Lab
Bayern – Plantura, Shelfd, Voctag, FactFox und Vivoico, stellten sich
in kurzen Pitches vor. Im Gespräch mit Moderator Gutjahr berichtete
Media Lab-Geschäftsleitung Lina Timm, wie die Teams gefunden werden
bzw. wie die Teams das Lab finden. Verbessert habe das Lab im
Vergleich zum Start vor drei Jahren vor allem das Coaching. Am
Nachmittag gab es noch mal eine Session mit bereits etablierten
Startups: VIOND, eyecandylab, ReportExpress und The Shotcaller.

Workshops zu Voice Design und Augmented Reality

Nach der Mittagspause dominierte zunächst die Praxis: In zwei
parallel laufenden Workshops ging es um Voice Assistants als
„Medienplattform der Zukunft“ und Augmented Reality als Chance für
die Medien. Dr. Christoph Esslinger zeigte, wie die Sprachagentur
VUI.agency Interfaces für Marken und Unternehmen auf digitalen
Sprachassistenten entwickelt, um die Nutzerbindung zu verbessern.
Konstruktive Ideen zum Einsatz von Augmented Reality sammelte
Laterpay-Gründer Cosmin Ene in seinem Workshop. Im Mittelpunkt stand
dabei die Frage, wie Rundfunkanbieter mit AR ihre Kunden erreichen
können.

Audio on Demand boomt

Spannenden Input lieferten auch die letzten drei Themen auf dem
Innovationstag. Mit Sven Rühlicke von Antenne Bayern und Andrea
Mittlmeier vom Bayerischen Rundfunk (BR) und der ARD/Audiothek
diskutierte Gutjahr das Thema: „Audio on demand – Content-Strategien
für das Netz“. So nutzt Antenne Bayern die steigende Nachfrage nach
Podcasts, um ein neues Publikum zu erreichen. Der Sender bietet
aufwändige Produktionen wie die Podcast-Krimiserie „Dunkle Heimat“
an. Die stolze Bilanz: 500.000 Downloads in nur wenigen Wochen. Mit
138.000 Visits pro Woche können auch die Verantwortlichen für die
ARD-Audiothek zufrieden sein. Künftig soll es laut Mittlmeier nicht
nur personalisierte Inhalte in der Audiothek geben, sondern auch
personalisierte Streams und eine Steuerung über digitale
Sprachassistenten.

Wie Startups mit Investoren und Partnern kooperieren können

Entwicklermentalität und harte Arbeit reichen nicht aus, um aus
einer innovativen Idee einen Prototypen zu basteln. Dafür brauchen
Startups auch Investoren und Partner. Um eine fruchtbare
Zusammenarbeit zu gestalten, müssten die Startups und die
Unternehmen/Investoren vor allem wissen, was der andere jeweils
wolle, erklärte Dr. Ulrich Schmitz, Managing Director von Axel
Springer Digital Ventures. Eine wichtige Regel für die Startups laut
Schmitz: „Verstehe, wie die Unternehmen Geld mit dir verdienen
wollen.“

Mixed Reality-Content schaffen und nutzen

Zum Finale von media.innovations 2018 ging es um die
Weiterentwicklung von Augmented und Virtual Reality zur Mixed
Reality. Erfahrungen mit Mixed Reality können bereits über
Smartphones und Tablets ermöglicht werden. Anwendungs-bereiche sind
zum Beispiel Design, Training und E-Learning. VR-Brillen brauche es
dann nicht mehr, betonte Sandro Stark von Microsoft. Seine Prognose:
„The medium will disappear and the interface gets natural.“

Weitere Informationen, Vorträge, Fotos und den Live-Blog finden
Sie unter: https://medienkalender.bayern/event/mediainnovations-3

Pressekontakt:
Bettina Pregel
Stellv. Pressesprecherin
Tel. (089) 63808-318
bettina.pregel@blm.de

Original-Content von: BLM Bayerische Landeszentrale für neue Medien, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 8. Mrz 2018. gespeichert unter Medien/Unterhaltung, Verlag. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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