Seestücke – Kabinettausstellung der Draiflessen Collection





Beim Anblick des Meeres spüren wohl die meisten Menschen eine unerklärliche Faszination. Diese Faszination zeigt sich seit jeher in der Kunst. Besonders in den Niederlanden des 17. Jahrhundert werden Darstellungen der Schifffahrt und der See zu eigenständigen Bildmotiven. Es entsteht ein neues Kunstgenre: das Seestück. Dramatische Seeschlachten, Flottenparaden und alltägliche oder sehnsuchtsvolle Küstenlandschaften spiegeln nicht nur das politische, sondern auch das gesellschaftliche Interesse an der Seefahrt wider. Die Kabinettausstellung der Draiflessen Collection beleuchtet die verschiedenen Facetten und die Entwicklung des Genres mit Zeichnungen, Grafiken und einem Gemälde der Sammlung, die zusammen mit nautischen Instrumenten aus dieser Zeit präsentiert werden.

Krieg und Handel
Im 17. Jahrhundert – der „Geburtsstunde“ des Seestücks – ringen die drei vorherrschenden Seemächte Europas England, die Niederlande und Spanien um die Seehandelswege. Damit werden die Meere zunehmend zum Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, die den politischen Alltag Europas prägen und damit ihren Weg in künstlerische Darstellungen finden. Der Kampf um Handelsrouten hängt unmittelbar mit wirtschaftlichen Entwicklungen der jeweiligen Länder zusammen. Das Goldene Zeitalter der Niederlande bringt eine reiche, kaufmännische Bürgerschaft hervor, die zu den neuen Auftraggebern der Künstler werden. Ihr Interesse gilt dabei alltäglicheren Motiven, die ihre Lebenswelten wiedergeben – und dazu gehört vor allem der Handel. Hafenansichten, die vor großen Schiffen nur so wimmeln, lassen keinen Zweifel an der wirtschaftlichen Macht der Auftraggeber.

Der Mensch und das Meer
Die detaillierten Darstellungen der Schiffe, so aufwändig, dass diese auch als Schiffporträts bezeichnet werden, verdeutlichen das Interesse und die Wertschätzung für die Wasserfahrzeuge. Immer wieder werden sie in stürmischer See gezeigt und wie sie dem Wetter und den Gezeiten trotzen. In dramatischer Schräglage und mit geblähten Segeln bevölkern sie die Küsten und Häfen. Teilweise entsteht der Eindruck, dass die Schiffe als Verbindung zwischen Mensch und Natur dienen, wenn sie vor felsigen Küstenabschnitten kreuzen. Diese Beziehung erscheint aber ambivalent: Einerseits ist das Meer eine bedrohliche Naturgewalt, andererseits ermöglicht Seefahrt die Bezwingung der ländlichen Grenzen und nicht zuletzt dem wirtschaftlichen und politischen Erfolg

veröffentlicht von am 10. Aug 2020. gespeichert unter Museen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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