Schwäbische Zeitung: Von der Natur entfremdet – Kommentar zu Chico





Als vor Jahren die Debatte um Kampfhunde
begann, geriet das Tier selber in den Fokus, bestimmte Rassen
landeten auf roten Listen. Das war damals richtig, weil Verbote und
Gebote eine gewisse Klientel davon abhalten konnten, sich überhaupt
einen Vierbeiner anzuschaffen. Heute, durch neue Erkenntnisse, rückt
in den Vordergrund der Mensch, der das Tier formt. Auch das ist
richtig, genauso wie die Forderung nach einem Hundeführerschein, nach
einem Eignungsnachweis durch den Halter. Die Debatte birgt aber auch
eine Gefahr, wie der Fall „Chico“ aus Hannover zeigt, der zwei
Menschen totgebissen hat.

So zählt die Onlinepetition „Lasst Chico leben!“ bereits 270 000
Unterschriften, sie fordert eine „Resozialisierung“ des Hundes, auch
kam es zu Demonstrationen.

Solche Aktionen sind eine Ohrfeige für die Angehörigen der Opfer.
Zudem stehen sie für eine Fehlentwicklung. Weil die Akteure das Tier
nicht nur auf eine Stufe mit dem Menschen stellen, was falsch genug
wäre, sondern es überhöhen. Dies passt in eine Tendenz, Tiere zu
vermenschlichen. Ein Irrglaube, der von einer zunehmenden Entfremdung
von Mensch und Natur zeugt. Was logischerweise auch dem Tier nicht
gerecht wird.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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veröffentlicht von am 11. Apr 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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