Schwäbische Zeitung: Messerstecher stellt sich der Polizei freiwillig





Der öffentliche Druck auf den Täter wurde zu
groß – Der 23-jährige Deutsche wohnt im Landkreis Ravensburg

Von Philipp Richter

RAVENSBURG Am späten Donnerstagabend hat sich der Ravensburger
Messerstecher der Polizei gestellt. Es handelt sich um einen
23-jährigen Deutschen, der in einer Gemeinde im Landkreis Ravensburg
wohnt. “Der hohe Fahndungsdruck, nicht zuletzt auch durch die Medien,
hat wohl dazu beigetragen, dass sich der Mann der Polizei gestellt
hat”, sagte Peter Korn, Presssprecher der Polizeidirektion
Ravensburg, der Schwäbischen Zeitung. Zudem seien auch die
Begleitpersonen des 23-Jährigen identifiziert.

Süleyman Yilderim, der Rechtsanwalt des 23-Jährigen, sagte der SZ:
“Mein Mandant bereut die Tat, und es plagen ihn Gewissensbisse. Heute
weiß er selbst nicht mehr, warum er zugestochen hat.” Außerdem sei
sein Mandant bei der Tat “unter anderem stark betrunken gewesen”. “Er
wird definitiv ein Geständnis ablegen”, sagte Yilderim.

Die Ravensburger Polizei hat mit Hochdruck nach dem zunächst
flüchtigen Täter gefahndet und hat dafür eine siebenköpfige
Sonderkommission eingerichtet, die sich ausschließlich mit diesem
Fall befasst hat. Im Laufe des Donnerstags gingen bei der Polizei
auch zahlreiche Hinweise zum Fall ein, sagte Peter Korn.

Wie von der SZ mehrfach berichtet, hat der Messerstecher am frühen
Sonntagmorgen drei junge Männer im Alter von 22 bis 26 Jahren in der
Ravensburger Innenstadt schwer verletzt. Zwei von ihnen schwebten in
Lebensgefahr und mussten sofort notoperiert werden. Täter und Opfer
kannten sich vorher nicht. Die sechs jungen Männer aus der Gruppe der
Opfer hatten in einer Gaststätte etwas getrunken und wollten gegen 3
Uhr morgens in Richtung Bahnhof gehen. Sie befanden sich laut Angaben
von Rechtsanwalt Yilderim in der Überzahl.

Bei den Männern aus dem Landkreis Ravensburg handelt es sich um
unbescholtene Bürger, die mit der Polizei noch nie in Konflikt
geraten seien, hieß es seitens der Polizei. An der Ecke
Goldgasse/Adlerstraße/Obere Breite Straße trafen sie auf eine andere
Gruppe, zu denen vier Männer und eine Frau gehörten. Plötzlich zog
einer der Beteiligten ein Messer und stach auf drei der jungen Männer
ein. Warum sie in Streit gerieten, ist noch nicht klar.

Am Freitag wird der Geständige laut Rechtsanwalt Süleyman Yilderim
dem Haftrichter am Amtsgericht Ravensburg vorgeführt.

Die SZ wird weiter über den Fall berichten.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

veröffentlicht von am 14. Nov 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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