Rosenkranz und Kanonendonner





Historische Wahrheit und fromme Legende
Seit dem Jahr 1927 führen Laiendarsteller das Heimatspiel auf. Tatsächlich wurde die Stadt 1641 von den Schweden angegriffen. Die Truppen zogen unvermutet ab, der Grund wurde nicht überliefert. Bald entstand die Legende: Die Muttergottes hatte die Gebete der Münnerstädter erhört. Sie fing die Kanonenkugeln auf, der Feind floh entsetzt vor dieser Erscheinung.

Spiel zu Ehren der Muttergottes
Der Muttergottes zu Ehren erzählt das Freilichtspiel die Geschichte vom fröhlichen Erntefest, von der Bedrohung der Stadt und der wundersamen Errettung. Flankiert wird das dramatische Geschehen von der Liebe der Bürgermeisterstochter zum tapferen Kommandanten. Wie ein roter Faden durchzieht dabei die Rose als christliches Symbol das Spiel. Vor mittelalterlicher Fachwerkkulisse erwecken Stadtknechte zu Pferd, Bauern, Bürger, Scholaren, Mäher und Schnitterinnen, Musikanten, Tänzer, Soldaten und Räte die Legende vor der Originalkulisse des Heimatspielhauses zum Leben.

Vielfältiges Festprogramm an den Spieltagen
Am Sonntag, dem 26. August, findet vor der Aufführung ein Gelage im Schloss statt. Am zwei-ten Spieltag, dem 2. September, lockt der Schutzengelmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag. Am 1. und 2. September steht das Lagerleben mit Speis und Trank am Anger auf dem Programm (Samstag ab 15 Uhr sowie Sonntagvormittag). Am 9. September (Tag des offenen Denkmals) wird das Stück zum dritten Mal aufgeführt. Zudem gibt es Stadtführungen und Nachtwächterführungen (am 2. und 9. September).

Kultur und Kurbäder ganz in der Nähe
Das zentral in Deutschland liegende Münnerstadt beherbergt u.a. weltberühmte Werke von Tilman Riemenschneider und Veit Stoß. Die mittelalterliche Stadt ist idealer Ausgangspunkt für Besuche des Staatsbades Bad Kissingen, der Kurstadt Bad Neustadt, des Naturparks und Biosphärenreservats Bayerische Rhön und der Weltkulturerbestätten Bamberg und Würzburg.

Bahnanreise und Parksystem
Entspannt anreisen können Festspielbesucher aus Richtung Schweinfurt, Bad Neustadt und Meiningen mit der Erfurter Bahn, der Mainfrankenbahn und dem Main-Spessart-Express. Einen Parkplan gibt es unter www.heimatspiel-muennerstadt.de. Behindertenplätze sind ausgewiesen; auf Wunsch gibt es einen Abholservice.

Karten im Vorverkauf
Das Heimatspiel dauert rund anderthalb Stunden. Um 13.45 Uhr startet ein Festzug, um 14.30 ist Spielbeginn. Karten gibt es im Vorverkauf, an der Tageskasse oder als Geschenkgutschein für 15 bzw. 13 Euro. Reisegruppen erhalten Sonderkonditionen und Serviceleistungen zur Pro-grammgestaltung. Tickets und Informationen: Heimatspielgemeinde Münnerstadt e.V., Claudia Kind, Nikolaus-Molitor-Str. 21, 97702 Münnerstadt, Tel. 09733 3330, www.heimatspiel-muennerstadt.de, info @heimatspiel-muennerstadt.de,

Hintergrund-Info
Das historische Volksschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ von Ludwig Nüdling (1874 – 1947) ist ein Vertreter der seit dem 12. Jahrhundert typischen Marienverehrung. Maria wird als Helferin in allen Notlagen angerufen, besonders in Kriegsgefahr. Sie wird zur Schutzpatronin von Ländern, Städten, Kirchen und Einrichtungen. „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ zählt mit ihrer Erstaufführung im Jahr 1927 zu den ältesten Volksschauspielen Frankens. Entstanden ist es auf Betreiben des damaligen Bezirkshauptmanns (Landrats) von Bad Kissingen, Freiherr von Moreau, als Attraktion für die Kurgäste und Touristen. Die Stadt beauftragte den erfolgreichen Dichterpfarrer Ludwig Nüdling mit der Ausarbeitung des Stoffs und Alois Sator (Theater Würzburg) mit der Regie. Von Anfang an legte man trotz des lokalgeschichtlichen Inhalts großen Wert auf die überörtliche Bedeutung und zeitübergreifende Gültigkeit der christlichen Botschaft. Diese besagt, dass ein fester Glaube auch in schwersten Zeiten eine entscheidende Hilfe sein kann. Bis auf eine (u.a. kriegsbedingte Pause) wird das Stück jedes Jahr ausschließlich von Laiendarstellern aus Münnerstadt und seinen Ortsteilen in der Originalfassung aufgeführt. Meist spielen diese ein Leben lang in wechselnden Rollen mit und sorgen so dafür, dass ihr Heimatspiel ein fester und wichtiger Anker im Jahreslauf von Münnerstadt bleibt. Quelle: H.-Rudolf Becher, „Historische Volksschauspiele in Franken“

veröffentlicht von am 18. Jun 2018. gespeichert unter Theater. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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