Rheinische Post: Bürgermeister von Lügde erhält Hunderte Hassmails und Drohanrufe





Der parteilose Bürgermeister von Lügde hat seit
Bekanntwerden des Missbrauchsfalls in seiner Stadt Hunderte Hassmails
und Drohanrufe bekommen. „Sätze wie: Ich sollte mit dem
Kinderschänder zusammen in eine Zelle gesperrt werden, gehören noch
zu den harmloseren Sachen, die ich zu hören bekomme“, sagte Heinrich
Josef Reker der Rheinischen Post (Freitag). Einschüchtern lasse er
sich von den Hassmails nicht. „Ich habe deswegen keine besonderen
Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Ich will der Bürgermeister zum
Anfassen bleiben“, sagte der 65-Jährige. Reker beklagte, dass die
Menschen in Lügde in Zusammenhang mit dem massenhaften
Kindesmissbrauchs unter Generalverdacht gestellt würden. „Überall, wo
man hinkäme, werde man verbal angegriffen, angefeindet, sobald man
sagt, dass man aus Lügde käme. Das ist ein Stigma“, sagte Reker. „Wir
sind Tatort, aber nicht Täter. Die Menschen hier wollen endlich in
Ruhe gelassen werden“, so Reker. Der jahrelange massenhafte
Missbrauch von Kindern im Alter zwischen vier und 13 Jahren auf einem
Campingplatz im ostwestfälischen Lügde soll Ende Juni in einem
Prozess strafrechtlich aufgearbeitet werden. Ein 56 Jahre alter
arbeitsloser Dauercamper mit einem 34-jährigen Komplizen soll
 mehr als 40 Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die
Anklageschrift führt bislang 22 Opfer auf, die zum Zeitpunkt der
Taten alle minderjährig gewesen seien.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2627
www.rp-online.de

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veröffentlicht von am 24. Mai 2019. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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