rbb exklusiv: Neues Transplantationsgesetz: Kolat plant zentrale Entnahmeklinik in Charité / Spendenbereitschaft in allen ostdeutschen Ländern gestiegen





Sperrfrist: 03.04.2019 06:00
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Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) rechnet auch nach
dem Inkrafttreten des neuen Transplantationsgesetzes am 1. April
nicht mit einem rasch wachsenden Angebot von Spenderorganen.

Gegenüber “rbb24 Recherche” erklärte sie, dass die Abläufe in den
Kliniken organisatorisch verbessert werden müssten, um potentielle
Organspender besser zu identifizieren. “Die Kliniken sind oft sich
selbst überlassen”, erklärte sie gegenüber dem rbb. Kolat will
deshalb die Kliniken bei der Organentnahme entlasten und plant eine
zentrale Entnahmeklinik in Berlin. Diese Aufgabe könnte ihrer Meinung
nach die Charité übernehmen. “Viele Krankenhäuser schaffen das im
Alltag nicht. Hier braucht man Spezialisten”, so Kolat. Grundsätzlich
plädiert Kolat jedoch für die Einführung der Widerspruchslösung.

Aktuell stehen 360 Brandenburger und 460 Berliner auf den
Wartelisten für ein neues Herz, eine Leber oder Niere. Auch das neue
Transplantationsgesetz wird daran vorerst nicht viel ändern, ergab
eine Umfrage von “rbb24 Recherche” unter den 85 Entnahmekliniken in
Brandenburg und Berlin. Die Begründung: in den meisten Kliniken seien
bereits jetzt Transplantationsbeauftragte, wie im neuen Gesetz
verpflichtend gefordert, zur Identifikation möglicher Spender tätig.

Bundesweit ist die Zahl der postmortalen Organspender im Jahr 2018
gegenüber 2017 von 797 auf 955 gestiegen. Besonders stark ist der
Anstieg in den ostdeutschen Bundesländern. In Brandenburg, das lange
als Schlusslicht galt, hat sich die Zahl der Spender je 1 Million
Einwohner von 7,2 auf 14,8 mehr als verdoppelt, so die Deutsche
Stiftung Organtransplantation in ihrem aktuellen Jahresbericht.
Berlin verzeichnete einen Anstieg von 9,8 (2017) auf 13, 2 pro 1
Million Einwohner. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Hamburg (13,3
auf 30,0). Rückgänge werden indes in Bayern, Bremen, Hessen,
Rheinland-Pfalz und Niedersachen verzeichnet.

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veröffentlicht von am 3. Apr 2019. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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