Rabiat: Scheißjob Bulle? – Radio Bremen im Ersten – Mo., 27.5. – File im Vorführraum Das Erste verfügbar





Ein Radio Bremen-Film von Manuel Möglich

Freund und Helfer oder wütige Ordnungskraft – das Bild von
Polizistinnen und Polizisten in Deutschland ist so gespalten, wie
lange nicht mehr oder vielleicht noch nie. Es muss und soll sich
etwas ändern, sind sich die Verantwortlichen sicher, aber wie und vor
allem mit welchem Personal scheint offen. Wie steht es um den Job im
Dienst der Gesellschaft vorm Fußballstadion und beim Weltkongress,
aber auch beim täglichen Einsatz? Rabiat-Reporter Manuel Möglich ist
auf Spurensuche in einer Großorganisation im Wandel. In „Rabiat:
Scheißjob Bulle?“ am Montag, 27. Mai 2019, 22.45-23.30 Uhr,
interessieren ihn die Menschen, die Polizisten sind oder es noch
werden wollen.

Wachwechsel bei der Polizei. Nach zwanzig Jahren Sparkurs, nach
Revierschließungen, überfüllten Überstunden-Konten und
Beförderungsstau investieren Bund und Länder wieder. Vielmehr sie
müssen investieren: Die Babyboomer gehen in Pension, die Lage im Land
verändert sich, besonders an den Rändern. Der Respekt zerbröselt,
Clankriminalität, Wirtschaftsverbrechen, Terror, Radikalismus,
Cybercrime. Innere Sicherheit ist „das Thema“.

Erneuern und verstärken, das sind die Chancen. Innerhalb nur eines
Jahres (2017) kam es zu einem Personalanstieg um ca. 6.100
Beschäftigte. Das ist der größte Zuwachs seit über 20 Jahren. Mehr
Frauen, mehr Beamte mit Migrationshintergrund, mehr bunte Republik.
Gleichzeitig ist die Polizei unter Druck. Das Gebot der Zukunft:
Transparenz und Verhältnismäßigkeit auf dem Boden der
freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Leichter gesagt als getan.
G20, Hambacher Forst, NSU 2.0 werfen lange Schatten. Immerhin: Laut
Forsa-Umfrage (2019) haben 78 Prozent der Deutschen Vertrauen in die
Polizei.

In Bremen begleitet die Rabiat-Reportage „Scheißjob Bulle?“ eine
Hundertschaft zu einem Bundesligaspiel. Tags drauf trainiert
Rabiat-Reporter Manuel Möglich mit einem anderen Zug, lernt den MES
(im Volksmund Gummiknüppel) und Abwehrtechniken am eigenen Leib
kennen. Trainingspartner Jesper macht keinen Hehl daraus, dass manche
Einsätze der Bereitschaftspolizei einiges von ihm und seinen Kollegen
abverlangen: „Man wünscht sich manchmal, dass das Gegenüber auch den
Menschen unter der Uniform sieht, der Familie hat und nach dem Dienst
einfach nach Hause gehen will. Und das am besten gesund. Wenn man
bespuckt wird oder von Clownsarmen mit Urin bespritzt wird, da fragt
man sich schon: Ist das der richtige Job?“

Verdecktes Interview, irgendwo in Deutschland: Der Mann arbeitet
als Polizeitrainer und geht seine Behörde in der Rabiat-Reportage
deutlich an: „Entgegen der landläufigen Meinung sind Polizisten kein
Querschnitt der Gesellschaft. Schon auf der Suche wird sehr deutlich
nach einem bestimmten Persönlichkeitsprofil gefiltert. Deswegen
findet man bei der Polizei tendenziell eher konservative Menschen mit
einer –Law & Order—Mentalität und eben deutlich mehr
Mitte-rechts-lastig politisch Eingestellte als Mitte-links.“

Die, die noch ganz am Anfang ihrer Polizeilaufbahn stehen, besucht
Möglich auf seiner Reise zur Polizeiakademie Nienburg (Weser):
Jasmina, Jonas und Jan sind Anfang 20, seit wenigen Monaten erst in
der Ausbildung und noch Beamte auf Widerruf. Sie schießen an diesem
Tag zum ersten Mal im Training mit der Maschinenpistole MP5. Einige
Wochen später werden sie mit 1.600 anderen Anwärtern in Hannover bei
der bis dato größten Vereidigung Niedersachsens von Boris Pistorius,
Minister für Inneres und Sport, vereidigt.

Wie sollte die Polizei in der Zukunft aussehen? Sind die Reformen
der Polizeigesetze der richtige Weg? Welche Chancen liegen in der
nächsten Generation, welche Risiken birgt der Umbruch? Und was tun,
wenn die Polizei versagt? Braucht es vielleicht eine unabhängige
Behörde, die fehlerhafte Polizeiarbeit aufklärt? Die Rabiat-Reportage
„Scheißjob Bulle?“ geht diesen und anderen Fragen auf den Grund.

Stabliste Buch/Regie:
Manuel Möglich
Kamera: Andy Lehmann, Ilhan Coskun
Schnitt: Danny Breuker
Ton: Boris Joens, Simon Wolf
Produktionsleitung: Michael Kappler
Producer: Manuel Möglich, Christian Tipke
Redaktion: Jochen Grabler (Radio Bremen)
Leitung: Thomas von Bötticher (Radio Bremen)

Eine Produktion der Sendefähig GmbH im Auftrag von Radio Bremen
für Das Erste © 2019

Rabiat – das junge Reportageformat von Radio Bremen

Das Reportageformat „Rabiat“ im Ersten gibt jungen Reporterinnen
und Reportern die Möglichkeit, ihre Geschichte für ein großes
Fernsehpublikum zu erzählen. Die Autorinnen und Autoren
veröffentlichen ihre Reportagen seit knapp drei Jahren als
„Y-Kollektiv“ für funk, das Contentnetzwerk von ARD und ZDF. Sie sind
preisgekrönt, nominiert, auffällig. Journalistinnen und Journalisten
mit Haltung und Tiefgang im On, die auch mal voll in die Kamera
sprechen, gehören zum Konzept. Der Fokus richtet sich auf die
teilnehmende Beobachtung, das Kennenlernen, das Erleben. In drei
neuen Reportagen, die ab dem 13. Mai montags im Ersten laufen, sind
sie ganz nah dran: Die Macherinnen und Macher stoßen Zuschauerinnen
und Zuschauern mit ihrer subjektiven Erzählweise auch mal vor den
Kopf. Sie bauen Klischees in den Filmen auf, um sie postwendend zu
brechen. Neue Sichtweisen sollen sich eröffnen. Die Filme wollen,
sollen, ja sie müssen polarisieren, denn das macht gute Geschichten
aus.

Die weiteren Folgen der Rabiat-Staffel (um 22.45 Uhr bzw. 23.00
Uhr im Ersten):

– 13. Mai: Arsch hoch, Deutschland!
– 20. Mai: Deutschland den Deutschen?

Die Fotos sind bei ARD Foto (https://www.ard-foto.de) abrufbar.

Pressekontakt:
Radio Bremen
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Diepenau 10
28195 Bremen
0421-246.41050
presse.pr@radiobremen.de
www.radiobremen.de

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veröffentlicht von am 24. Mai 2019. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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