„Punkt 12“ am 18.11., ab 12.00 Uhr: Tierquälerei bei Daunenproduktion – „Punkt 12“-Reporterteam weist deutschem Großhändler Verstoß gegen geltendes EU-Recht nach





Einen schockierenden Fall von Tierquälerei hat
aktuell ein Reporterteam von „Punkt 12“ aufgedeckt. Aus reiner
Profitgier werden in Ungarn Millionen von Gänsen bei lebendigem Leib
die begehrten Daunenfedern gerupft. Die Tiere erleiden qualvolle
Schmerzen, zahlreiche überleben die brutale Prozedur nicht und
verenden elendig. Damit wird eindeutig gegen das EU-weite Verbot des
sogenannten „Lebendrupf“ sowohl von Herstellern, als auch von
Daunenproduzenten und -käufern verstoßen. Nach einer aktuellen „Punkt
12″-Recherche ist auch ein großes deutsches Unternehmen in diese
Praktiken verwickelt. Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation „Vier
Pfoten“ stellte das Team verdeckte Ermittlungen an und nahm die Spur
von Ungarn bis nach Deutschland auf.

Bereits vor einem Jahr hatte der „Punkt 12“-Bericht über die
brutale Gewinnung von Daunen in Ungarn für die Betten- und
Textilindustrie für großes Aufsehen gesorgt. Mit Hilfe des
Tierschützers Markus Müller von der Tierschutzorganisation „Vier
Pfoten“ erlangte das RTL-Team über einen eingeschleusten Informanten
jetzt Zutritt zu einer ungarische Gänsefarm. Dort bot sich ihnen ein
schreckliches Bild. Tierschützer Markus Müller von „Vier Pfoten“
berichtet: „Ich werde diesen Moment mein ganzes Leben lang nicht mehr
vergessen können. Ich betrete in Ungarn einen Stall, er ist voll mit
Arbeitern, die lebenden Tieren ihre Federn ausreißen. Die Gänse
schreien.“

Bis zu vier Mal müssen Millionen Gänse die illegale Tortur über
sich ergehen lassen, bevor sie geschlachtet werden. Sobald die
begehrten Daunen bei den Tieren nachgewachsen sind, rückt die
professionelle Rupfbrigade wieder an. „Das sind sozusagen
Spezialisten, die in Ungarn nur dafür da sind, um Gänse zu rupfen.
Die fahren von Farm zu Farm und rupfen tausende Tiere im Akkord. Jede
Gans, die gerupft wird, bedeutet Geld für die Rupfer“, so Markus
Müller.

Juliane Hedderich, Geschäftsführerin des Verbandes der Deutschen
Daunen und Federindustrie (VDFI) betonte „Punkt 12“ gegenüber: „(…)
der Lebendrupf ist in der Regel mit Spuren von Blut und Exkrementen
verbunden und das kann man leicht erkennen. Diese Ware wird zurück
gewiesen. Das ist illegal, das muss angezeigt werden. Derjenige
verstößt gegen geltendes Gesetz, da muss sich die Staatsanwaltschaft
drum kümmern.“

Doch die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hatte den Verdacht,
dass solche Daunen sehr wohl auf dem deutschen Markt landen. Hunderte
Tonnen Daunenfedern werden jährlich für die weiterverarbeitende
Industrie produziert. Diesmal gelang es dem „Punkt 12“-Team mit der
Verladung der Ware deren Spur nach Deutschland zu verfolgen.
Problemlos wurde der deutsch-ungarische Zoll passiert und die
notwendigen Papiere ausgestellt. Weiter ging es zu einem deutschen
Großhändler. Dem Empfänger ist nach der Durchsicht der Papiere
eindeutig klar gewesen, dass diese Ware aus Lebendrupf stammt. Doch
trotzdem schließt die Firma das Geschäft ab. Die Dokumente, die das
belegen, liegen der „Punkt 12“-Redaktion vor.

Die gesamte Reportage sehen Sie am Donnerstag, den 18. November,
ab 12.00 Uhr „Punkt 12“.

Rückfragen: Heike Schultz, Tel.. 0221/456 74221; E-Mail:
heike.schultz@rtl.de

veröffentlicht von am 17. Nov 2010. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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