Premiere am 04.09.2020: „Monolog mit meinem „asozialen“ Großvater – Ein Häftling in Buchenwald“





Berlin, den 11.08.2020. Harald Hahns Großvater wurde von den Nationalsozialisten als „Asozialer“ in Buchenwald interniert. Das neue Stück des Berliner Theatermachers erzählt von dieser vergessenen Opfergruppe.

Uraufführung ist am 04.09. um 20 Uhr im „Theater Expedition Metropolis“ in Berlin Kreuzberg, (Ohlauerstraße 41 10999 Berlin): www.expedition-metropolis.de

Journalist*innen sind herzlich eingeladen, an den letzten Proben teilzunehmen (Generalprobe im Theater am Montag, den 31.08., ab 16.00 Uhr).

Erst in diesem Jahr beschloss der Bundestag, so genannte „Asoziale“ als Opfer des NS-Regimes anzuerkennen. Persönliche Zeugnisse gibt es von ihnen kaum und das Erinnern an sie kann herausfordernd sein: dem saufenden Großonkel gedenken, der mitunter gewalttätig wurde? Der obdachlosen Großmutter, die sich prostituierte? Nur zögerlich beginnt unsere Gesellschaft, sich mit den unbequemen Opfern auseinanderzusetzen.

Der Theaterpädagoge Harald Hahn arbeitet das vergessene Leid jetzt in einem Theaterstück auf – auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte: Sein Großvater war als “Asozialer” im KZ. Dabei deckt Hahn unbequeme Kontinuitäten auf, die bis in die Gegenwart hineinwirken: Was richten Schuld, Scham und Schweigen über Generationen in Familien an? Und wie strukturieren Klasse und Herkunft nicht nur das Erinnern – sondern das Leben in der Gesellschaft der Gegenwart?

Das fehlende Gedenken spräche Bände über unsere eigene Gegenwart, meint Harald Hahn: „Es ist ja kein Zufall, dass wir uns gerade mit dem Gedenken an diese Opfergruppe so schwer tun – es ist eine logische Folge des Klassismus gegenüber Menschen aus der so genannten Unterschicht. „Asi“ ist nach wie vor eine Beleidigung, es ist politisch salonfähig, von Sozialschmarotzern zu sprechen, und wer arm ist, bleibt arm und ausgegrenzt. Über Generationen hinweg.“

Im Erzähltheater spricht der Autor mit seinem verstorbenen Großvater Anton Knödler, der als Häftling in Buchenwald inhaftiert war. Er spricht über das Familiengeheimnis, die Scham und die Zeit in Buchenwald. Ausgehend von den Monologen schlüpft Harald Hahn in die Rolle eines SS Mannes und verwandelt sich zurück in das Kind, das er einst war. Ein schwäbischer Hausmeister kommentiert das Geschehen und schafft so die Verbindung zwischen Geschichte, Schauspieler und vermeintlich unbeteiligten Zuschauer*innen. Denn die aufgeworfenen Fragen verweigern sich dem rein passiven Konsum – sie wollen und sollen alle Anwesenden mit einbeziehen. Im Anschluss an das Stück findet ein 30 minütiges Publikumsgespräch statt.

Probentermine im Nachbarschaftshaus Urbanstraße: jeweils Mo,Di, Fr. 14.00 bis 16.00 Uhr (Für die Teilnahme an Probenterminen bitte vorher anmelden unter oder 0176/615 06 356)

Premierenkarten unter: Reservierungen: 030/ 47 98 01 52 oder

WEITERE AUFFÜHRUNGEN
Samstag 5. September 2020

Mehr Informationen und Pressefotos von Peter Steudtner auf www.asozialer-grossvater.de unter Pressematerial
Sonntag 6. September 2020
Freitag 27. November 2020
Samstag 28. November 2020
Sonntag 29. November 2020

Beginn immer 20 Uhr; Einlass ab 19.30 Uhr

veröffentlicht von am 11. Aug 2020. gespeichert unter Theater. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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