Porträt einer Unerschrockenen: Letizia Battaglia (FOTO)





„Shooting the Mafia“ am Mittwoch, 7. August, 22:45 Uhr im Ersten

Lange regierte die Mafia auf Sizilien ungehindert, ihre Verbrechen
waren für die Welt unsichtbar. Das änderte sich erst in den 1970er
Jahren, als Letizia Battaglia als erste Fotojournalistin Italiens die
brutalen Morde und den tiefgreifenden Einfluss der Mafia zu
dokumentieren begann. Es war von Anfang an eine gefährliche Mission.
Der Schwarz-Weiß-Bilder zeigen von Kugeln durchbohrte Körper,
schreiende Witwen, Krieg spielende Kinder. Ihre Aufnahmen, die sie
für die kommunistische Tageszeitung L–Ora in Palermo machte, wirken
zeitlos und haben bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren. Der
Film „Shooting the Mafia“ von Kim Longinotto wird in deutscher
Erstausstrahlung am 7. August um 22:45 Uhr im Ersten gezeigt.

Selbstbestimmt im Leben und der Arbeit

Als „fotografa militante“ kämpfte sie aktiv gegen die Cosa Nostra;
von 1985 bis 1996, zur Zeit der spektakulären Anti-Mafia-Prozesse der
Untersuchungsrichter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, ging
Battaglia als Grüne in die Politik. In ihrem Privatleben brach die
heute 84-Jährige mit gesellschaftlichen Konventionen, lebte nach
einer früh geschiedenen Ehe selbstbestimmt mit zahlreichen, jeweils
jüngeren Liebhabern. „Bis dahin war ich eigentlich gar keine Person“
sagt Letizia über ihre frühen Jahre.

Bildstarker Kampf gegen die Mafia

„Wenn ich auf meine Fotos schaue, sehe ich Blut, Blut, Blut“ sagt
Battaglia im Film und meint etwa die Aufnahme des Toten, den sie an
einem sonnigen Morgen im Jahr 1980 neben einem Stapel Orangensteigen
entdeckte. Es ist eines ihrer berühmtesten Bilder. Oft war sie die
Erste am Tatort, hörte heimlich den Polizeifunk ab, um
herauszubekommen, wo die Cosa Nostra zugeschlagen hatte. Mit ihren
Aufnahmen führte die Autodidaktin, die erst mit 40 zu fotografieren
begann, ihren ganz eigenen Kampf gegen das organisierte Verbrechen,
das ihre Heimatstadt Palermo fest im Griff hat. Battaglia spricht im
Film über die Last der bedrückenden Bilder und ihre Erinnerungen an
Tod, Trauer und Wut, die ihr bis heute keine Ruhe lassen. „Die Kamera
hat mein Leben verändert. Indem ich sie einsetzte, wurde erst
eigentlich zu einer Person“. Mit „Shooting the Mafia“ erzählt die
preisgekrönte Filmemacherin Kim Longinotto, eine der namhaftesten
britischen Dokumentarfilmerinnen, die Emanzipationsgeschichte einer
politisch denkenden und handelnden Frau aus dem Süden Italiens, eine
Gegend, die für viele Deutsche ein verklärtes Sehnsuchtsland ist. Im
Zentrum des Films, für den Longinotto eine außergewöhnliche,
filmische Form gefunden hat, steht Battaglias Biografie und ihre
fotografische Arbeit. Mit sorgfältig ausgewählten und komponierten
Ausschnitten aus italienischen Kultfilmen des Neorealismus
illustriert sie die Jugend und die Erinnerungen der lebenslustigen
und unerschrockenen Letizia Battaglia.

Fotos über www.ARD-Foto.de

Akkreditierte Journalisten können den Film ab Ende Juli zu
Rezensionszwecken sehen im Vorführraum Das Erste unter
www.presse.daserste.de und im SWR Presseportal unter
https://presseportal.swr.de

Informationen, kostenloses Bildmaterial und weiterführende Links
unter
http://swr.li/daserste-dokumentation-2019-portraet-letizia-battaglia

Pressekontakt: Daniela Kress, Tel. 07221 929 23800,
Daniela.Kress@SWR.de

Original-Content von: SWR – Das Erste, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 8. Jul 2019. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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