Piratenmuseum in Antananarivo Madagaskar.





Das Piratenmuseum in Antananarivo zieht einen grossen Bogen entlang dem Piratenthema. Schon in der Antike segelten Piraten im Mittelmeer, Rom mobilisierte eine ganze Armee gegen sie. Die Seepiraten der Wikinger waren ebenso gefürchtet wie später die Piraten der Karibik oder die straff organisierten chinesischen Dschunkenpiraten. Das Museum beleuchtet die Seepiraterie bis in die heutige Zeit mit Schwerpunkt bei der Piraterie in Madagaskar. Gestreift werden auch die neuen Formen der Piraterie: Produktdiebstahl, illegales Kopieren von Musik, Filmen und Software wie auch der Diebstahl von geistigem Eigentum. Das Museum wird vom schweizerisch-madagassischen Reiseveranstalter PRIORI unterhalten.

Die Piratenangriffe rings um Somalia haben, trotz dem Einsatz von Kriegsschiffen, eine neue Dimension erreicht. Fast täglich werden Frachtschiffe entführt und erst gegen horrende Lösegelder freigelassen. Der westliche Indische Ozean ist zum Hotspot der neuen Piraterie geworden.

Das war vor 300 Jahren auch schon so. Doch die Gründe dazu lagen nicht in Krieg und Armut an Somalias Küsten, sondern weit weg in der Karibik. Im 16. Jahrhundert dominierten die Spanier die Meere und ihre erbeuteten Schätze aus Mittelamerika zogen die Gier der jungen Seefahrermächte auf sich: Frankreich, England und die Niederlande. Diese unterstützten aktiv die Beutezüge von Piraten gegen die Spanier. Die Freibeuter konnten sich auf das Wohlwollen dieser Mächte stützen, solange sie Jagd auf die Spanier machten. Die Karibik wurde jedoch immer mehr zum Tummelfeld staatenloser Krimineller, die unter der Piratenflagge Schiffe jeglicher Nation angriffen. Als sich England mit Spanien aussöhnte, waren die Piraten nur noch lästige Störenfriede. Sie wurden durch Amnestien und die Vergabe von Siedlerland vom Meer weggelockt. Störrische Übeltäter wurden gehenkt oder verjagt. Zwischen 1680 und 1720 flohen die Piraten in den Indischen Ozean, auf der Suche nach lohnender Beute und einem sicheren Hafen. Die Beute fanden sie im nördlichen Indischen Ozean, wo moslemische Schiffe reich beladen zwischen Indien und dem Roten Meer verkehrten. In Madagaskar fanden sie hingegen Naturhäfen, genug Holz für Schiffsreparaturen, Essen und Wasser im Überfluss und eine friedliche Bevölkerung. So kam es, dass zahlreiche Piratenhorte entlang der madagassischen Küsten entstanden. Es soll sogar die freiheitsliebende Piratenrepublik Libertalia gegeben haben. Nicht wenige der Piraten heirateten madagassische Grauen und begründeten sogar Herrscherdynastien.

Um 1720 war der Spuk vorbei: die britische Marine machte konsequent Jagd auf Piratenflotten. Ebenso aber wurden die Hehler und Hintermänner ausgeschaltet. Denn ohne sie war das geraubte Gut für die Piraten wertlos. Zudem wurde den Piraten im Rahmen einer Amnestie ein Leben in Legalität ermöglicht.
Mehr dazu unter www.piratenmuseum.ch

veröffentlicht von am 2. Jun 2010. gespeichert unter Museen, Sonstige. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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