phoenix premiere: mein ausland: Büffeln im Busch – Sonntag, 14. Juli 2019, 22.30 Uhr





“Sic itur ad astra” – lasst uns nach den Sternen
greifen, nach Großem streben, das ist das Motto des “Falcon College”,
einer der prestigeträchtigsten Schulen in Simbabwe. Als das Internat
in der damaligen britischen Kolonie Rhodesien als reines
Jungen-Internat gegründet wurde, galt das Schulmotto ausschließlich
für Weiße. Die Sprösslinge der weißen Unterdrücker, meist Großfarmer,
die die Vorherrschaft über die schwarze Bevölkerung eisern
verteidigten. Dazu gehörte auch, dass die Schüler des Internats nach
Art der englischen Oberschicht unterrichtet wurden.

Seitdem ist viel passiert. Aus Rhodesien wurde Simbabwe, die
Weißen verloren die politische Macht, der neue starke Mann Robert
Mugabe vertrieb viele weiße Großfarmer von ihrem Land. Im Jahr 2017
musste auch er gehen.

Das Falcon College aber gibt es immer noch. Und es hat sich
gewaltig gewandelt. Schwarze und Weiße gehen hier nun gemeinsam zur
Schule – auch Kinder aus armen Verhältnissen, für die die Schule
Stipendien anbietet.

Zum Beispiel für Leon Misichili: “Ich muss hart arbeiten”, sagt
der Sohn aus einer armen schwarzen Familie. “Ich habe diese Chance
hier am College bekommen, und ich muss sie nutzen.” Leon bekam ein
Stipendium, weil er ein hervorragender Rugby-Spieler ist, und die
Schule ihn in ihrer Mannschaft wollte. Am Internat trifft er auf
weiße Mitschüler wie Stephen Freeth – dessen Familie wurde gewaltsam
von ihrer Farm verjagt, aber trotzdem hat er nicht den Glauben an
eine Zukunft in Simbabwe verloren.

Heute will das Falcon College Werte wie Toleranz und Demokratie
vermitteln – in einem Land, in dem es nach wie vor Spannungen
zwischen den Hautfarben gibt, in dem es auch bei der ersten Wahl nach
der Diktatur Robert Mugabes Gewalt und Einschüchterungen gab. Im
Falcon College im südlichen Simbabwe gehen die zur Schule, die
vermutlich die Zukunft des Landes mitbestimmen werden.

ARD-Korrespondent Thomas Denzel und sein Team porträtieren das
College. Ein traditionsreicher Kosmos, der sich aber auch angleicht
an eine Welt, die sich massiv verändert hat. Geblieben ist: Die
Schüler greifen nach wie vor nach den Sternen – getreu dem Motto der
Schule. Ohne diesen Geist wäre die Schule wohl längst an den
Veränderungen Simbabwes zerbrochen.

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veröffentlicht von am 1. Jul 2019. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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