Pflichttermin für Klassikfans: auf musikalischer Zeitreise mit dem Jungen Kammerorchester Aschaffenburg





Das breite Kulturangebot in Unterfranken hält in diesem Jahr wieder eine ganz besondere musikalische Perle aus dem klassischen Bereich bereit. Wenn sich das Junge Kammerorchester Aschaffenburg am 14. Juli im kleinen Saal der Stadthalle einfindet, dürfen sich Musikliebhaber auf eine faszinierende Darbietung freuen. In diesem Jahr entführen das Quartett des JKO – bestehend aus Sophia Gesell (Violine), Christina Stockinger (Violine), Sonja Ehinger (Viola) und Christina Lafrenz (Cello) – sowie weitere junge Künstler unter der Leitung von Dirigent Heinz Peter Rausch die Zuschauer auf eine musikalische Zeitreise mit viel Lokalkolorit.

Auf dem Konzertplan finden sich ausschließlich Werke von Komponisten, die in der Vergangenheit in der Region Bayerischer Untermain gewirkt und gelebt haben. Mit dem –Quintetto G-Dur– von Johann Franz Xaver Sterkel wird einem der ganz großen Klavierspieler der Frühklassik gehuldigt. Schon der junge Beethoven war von dem gebürtigen Würzburger tief beeindruckt und ließ sich durch seine Musik inspirieren. Sterkels großes Talent wurde auch von Fürst und Erzbischof Karl Theodor von Dalberg gewürdigt, der ihn zum Leiter der Hofmusik in Aschaffenburg ernannte.

Im Anschluss stehen mit der –Sinfonie c-Moll– und dem –Streichquartett C-Dur– gleich zwei Werke von Josef Martin Kraus auf dem Programm. Das Werkverzeichnis des gebürtigen Miltenbergers umfasst mehr als 200 Nummern. Über die –Sinfonie c-Moll– sagte Joseph Haydn einst: –Ich besitze von ihm eine seiner Sinfonien, die ich zur Erinnerung an eines der größten Genies, die ich gekannt habe, aufbewahre. Ich habe von ihm nur dieses einzige Werk, weiß aber, dass er noch anderes Vortreffliches geschrieben hat.–

Einen Ausflug in die Zeit des frühen 20. Jahrhundert verspricht das lyrische Andante für Streichorchester aus dem Portfolio von Max Reger. Obwohl der aus der Oberpfalz stammende Komponist das musikalische Weltbild um die Jahrhundertwende entscheidend mitgeprägt hat, werden seine Werke heute verhältnismäßig selten aufgeführt, was zum Teil auch an ihrer enormen Komplexität liegen dürfte. Als gefeierter Musiker war Reger bereits zu Lebzeiten ein gern gesehener Gast im Aschaffenburger Stadttheater, wo er unter anderem neben Größen wie Hans Pfitzner und Paul Hindemith konzertierte.

Den Abschluss des Abends bildet die Aufführung der Stücke III-IX aus Hindemiths –Tuttifäntchen–. Der Hang zum Unkonventionellen spiegelt sich auch in der Musik des weltberühmten Komponisten wider. Davon können sich die Besucher an diesem Abend selbst überzeugen, wenn das Junge Kammerorchester die musikalische Fabel in der Aschaffenburger Stadthalle aufführt.

veröffentlicht von am 28. Jun 2013. gespeichert unter Klassische Musik. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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