OEZ-Attentäter von München hatte Kontakt zu späterem US-Amokläufer – Deutsche Behörden gaben Informationen nicht weiter





Folgender Text ist bei exakter Quellenangabe
„FAKT“ ab sofort zur Veröffentlichung freigegeben:

FAKT: OEZ-Attentäter von München hatte Kontakt zu späterem US-
Amokläufer – Deutsche Behörden gaben Informationen nicht weiter

Ein Online-Chatpartner des Münchner Attentäters vom
Olympiaeinkaufs-zentrum (OEZ) verübte im Dezember 2017 eine Bluttat
mit drei Toten an der Aztec High School in den USA. Deutsche Behörden
hatten ihn schon Monate zuvor im Umfeld des OEZ-Attentäters
identifiziert. Sie gaben wichtige Informationen jedoch nicht an
US-Behörden weiter. Das ergaben Recherchen des ARD-Magazins „FAKT“.

Am 22. Juli 2016 tötete David Sonboly am OEZ in München neun
Menschen. Sonboly stand zuvor im engen Kontakt mit dem späteren
Schulattentäter aus Aztec, New Mexico: William Atchinson.

Kurz nach dem Münchner Attentat gab ein Zeuge der deutschen
Polizei konkrete Hinweise auf Chatgruppen, in denen sich Sonboly mit
anderen potentiellen Attentätern ausgetauscht hatte und von denen
noch immer eine potentielle Gefahr ausging. Die Polizei verhaftete
deswegen zwei Jugendliche aus Baden-Württemberg. Bei Durchsuchungen
wurden Schusswaffen und Sprengstoff gefunden. Beide Jugendliche
verfolgten offensichtlich konkrete Anschlagspläne.

Ein weiteres aktives Mitglied in diesen Chatgruppen war der
spätere Attentäter von New Mexico, William Atchinson. Einer der
beiden Jugendlichen sagte nach seiner Verhaftung gegenüber der
Polizei, er sei erst durch den US-Amerikaner Atchinson mit Sonboly in
Kontakt gekommen.

Wie Recherchen des ARD-Magazins „FAKT“ belegen, lagen der Polizei
zu Atchinson laut Ermittlungsakten noch weitere Hinweise vor. So
wandte sich Atchinson kurz nach dem Münchner Anschlag auf dem
Benutzerprofil von Sonboly bei der Internet Spieleplattform „Steam“
sogar direkt an die deutsche Polizei und schrieb, er habe mit Sonboly
doch nur Computer gespielt. Atchinson verfasste im Internet mehrere
glorifizierende Nachrufe auf David Sonboly.

Mit diesen Erkenntnissen müsse der Anschlag in München
entscheidend neu bewertet werden, sagt Florian Hartleb, der Gutachter
der Stadt München für den Anschlag am Olympiaeinkaufszentrum: „Wir
müssen den Fall von David Sonboly als internationales Phänomen
betrachten und wir müssen nun schauen, ob es sich hier nicht um ein
virtuelles Netzwerk potentieller Massenmörder handelt.“ Weder die
Staatsanwaltschaft München noch die Staatsanwaltschaft Stuttgart
hatten die Erkenntnisse der deutschen Ermittler an US-Behörden
weitergegeben. Das wurde dem ARD-Magazin auf Nachfrage bestätigt.

Mehr dazu in „FAKT“, 15.05.2018 – 21.45 Uhr, im ERSTEN.

Pressekontakt:
MDR, Burkhard Kunst, Chef vom Dienst, Tel.: (0341) 3 00 45 64,
E-Mail: Burkhard.Kunst@mdr.de

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veröffentlicht von am 15. Mai 2018. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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