NOZ: Wissenschaftlerin: Trend zur Gartenbeleuchtung besorgniserregend





Wissenschaftlerin: Trend zur Gartenbeleuchtung
besorgniserregend

Expertin für Lichtverschmutzung: Balkone und Gärten zu stark
beleuchtet – Ökosteuer für Lampen zu Dumpingpreisen sinnvoll

Osnabrück. LED-Lichterketten und Solarlampen erhellen die Nacht in
vielen Gärten bereits vor dem Advent. „Balkone und Gärten werden
mittlerweile zu stark beleuchtet“, kritisierte Sibylle Schroer vom
Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
(IGB) im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Für Mensch,
Umwelt und Tiere sei dieser Trend „besorgniserregend und schwer
regulierbar“, meinte die wissenschaftliche Koordinatorin der
IGB-Arbeitsgruppe Lichtverschmutzung und Ökophysiologie.

Schroer weist auf den sogenannten Rebound-Effekt hin: Je günstiger
Leuchten in Anschaffung und Verbrauch werden, umso mehr werden
genutzt. „Der Verbrauch steigt jetzt noch rasanter an, weil wir mit
der LED ein unglaublich effizientes Leuchtmittel haben mit mehreren
Vorteilen: Die Dioden sind sehr klein, deshalb können sie in allen
Medien eingebaut werden und sie sind mittlerweile sehr günstig auf
dem Markt erhältlich.“

Die Expertin für Lichtverschmutzung hält eine Ökosteuer für
sinnvoll, denn die versteckten Kosten der Herstellung und der
Entsorgung würden bei Lampen, die zu Dumpingpreisen in Baumärkten
angeboten werden, nicht einberechnet. „Die meisten dieser
Gartenleuchten sind solarbetrieben und werden daher mit einem hohen
Energieaufwand hergestellt. Zur Entsorgung gehören sie dann auf den
Sondermüll, weil darin Elektroteile sind, die ausgebaut werden
müssen“, sagte Schroer.

Der Einsatz von künstlichem Licht im Garten oder auf dem Balkon
sollte nach Ansicht von Schroer aus Umwelt-Sicht immer gut begründet
sein. Sie empfiehlt, ein Licht „im richtigen Maß bezüglich der
Beleuchtungsstärke und dem Zeitraum einzusetzen“. Weniger störend für
nachtaktive Wildtiere sei „ein Lampenschirm, der das Licht nach unten
lenkt, dahin wo es hingehört“ sowie warmweißes Licht.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 15. Okt 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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