NOZ: Tattoo-Entfernung bald nur noch beim Arzt: Pro-Tattoo-Vorsitzender Mark Benecke nennt Neuregelung „sinnlos“





Tattoo-Entfernung bald nur noch beim Arzt:
Pro-Tattoo-Vorsitzender Mark Benecke nennt Neuregelung „sinnlos“
Kriminalbiologe: Mediziner schon jetzt ausgelastet – „Thema ist für
Studierende so sexy wie eingewachsene Zehennägel“ Osnabrück. Mark
Benecke, Kölner Kriminalbiologe und Vorsitzender des Vereins Pro
Tattoo, übt scharfe Kritik an der Neuregelung für Tattoo-Entfernungen
per Laser. Sie sollen ab Ende 2020 nur noch Fachärzten vorbehalten
sein. „Die Neuregelung ist sinnlos“, sagte Benecke im Interview mit
der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Viele Ärztinnen und Ärzte hätten
weder ein Interesse daran noch Zeit dafür, argumentiert Benecke. „Im
Medizinstudium beschäftigen sie sich nicht mit Tattoo-Entfernung. Das
Thema ist für Studierende in etwa so sexy wie eingewachsene
Zehennägel.“ Bereits heute hätten Ärzte alle Hände voll zu tun:
„Besonders die hier kundigen Hautärzte sind schon jetzt Monate im
Voraus wegen Allergien, Hautkrebs, Geschlechtskrankheiten und vielem
anderen ausgelastet.“ Auch gebe es „noch nicht einmal sichere
Studien, die zeigen, dass die bisherigen Anbieter Tattoos schlechter
entfernen als Ärztinnen und Ärzte“, so der Vorsitzende von Pro
Tattoo. Benecke schlägt vor, die Laserbehandlungen in den Händen
kundiger Kosmetiker sowie Piercer und Tätowierer, die „ihren Job
nachweislich eins a machen“, zu belassen. „Wieso können sie nicht
eine – von mir aus auch strenge – Zusatz-Einweisung mit Zertifikat
und allem Drum und Dran erhalten und dann mit dem weitermachen, was
sie bisher gut und für die Kundinnen und Kunden angenehm schon lange
gemacht haben?“, fragt Benecke. Tattoo-Entfernung ist hierzulande ein
großes Thema: Etwa jeder vierte Deutsche ist tätowiert, doch nicht
alle lieben ihren Körperschmuck, Schätzungen zufolge lassen sich rund
1,2 Millionen Menschen pro Jahr ein Tattoo per Laser entfernen. Damit
dieser Wunsch gar nicht erst aufkommt, rät Benecke: „Menschen könnten
sich vorher überlegen, was sie tätowiert haben wollen, in Ruhe einen
Profi-Laden aussuchen und brauchen dann auch keine Entfernung. Ein
Tattoo ist fürs Leben.“

Wie viele Tattoos der Kriminalbiologe selbst inzwischen hat, weiß
er nicht genau. Wichtiger ist dem Vorsitzenden des 2011 gegründeten
Vereins Pro Tattoo, über das Tätowieren neutral und kritisch zu
berichten.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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veröffentlicht von am 22. Aug 2019. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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